So der Einzelne der Zeit
Zornerfüllt entgegenschwillt.
Doch die rollt zur Ewigkeit.
Und alles ist ein Bild.

Christus klagt:

Wachet und betet mit mir!
Meine Seele ist traurig
Bis in den Tod.
Wachet und betet!
Mit mir!
Eure Augen
Sind voll Schlafes –
Könnt ihr nicht wachen?
Ich gehe,
Euch mein Letztes zu geben –
Und ihr schlaft …
Einsam stehe ich
Unter Schlafenden,
Einsam vollbring' ich
Das Werk meiner schwersten Stunde.
Wachet und betet mit mir!
Könnt ihr nicht wachen?
Ihr alle seid in mir,
Aber in wem bin ich?
Was wißt ihr
Von meiner Liebe,
Was wißt ihr
Vom Schmerz meiner Seele!
O einsam!
Einsam!
Ich sterbe für euch –
Und ihr schlaft!
Ihr schlaft!

Begegnung.

Wir saßen an zwei Tischen – wo? – im All …
Was Schenke, Stadt, Land, Stern – was tut's dazu.
Wir saßen irgendwo im Reich des Lebens …
Wir saßen an zwei Tischen, hier und dort.

Und meine Seele brannte: Fremdes Mädchen,
Wenn ich in deine Augen dichten dürfte –
Wenn dieser königliche Mund mich lohnte –
Und diese königliche Hand mich krönte –!

Und deine Seele brannte: Fremder Jüngling,
Wer bist du, daß du mich so tief erregest –
Daß ich die Kniee dir umfassen möchte –
Und sagen nichts als: Liebster, Liebster, Liebster!

Und unsre Seelen schlugen fast zusammen.
Doch jeder blieb an seinem starren Tisch –
Und stand zuletzt mit denen um ihn auf –
Und ging hinaus –. Und sahn uns nimmer mehr.