Andre, die mit in den Mond gestreuten
Dörfern, wie mit hingehaltnen Beuten,
Sich ergaben, oder durch geschonte
Parke graue Edelsitze zeigten,
Die er gerne in dem hingeneigten
Haupte einen Augenblick bewohnte,
Tiefer wissend, daß man nirgends bleibt;
Und schon sah er bei dem nächsten Biegen
Wieder Wege, Brücken, Länder liegen
Bis an Städte, die man übertreibt.
Und dies alles immer unbegehrend
Hinzulassen, schien ihm mehr als seines
Lebens Lust, Besitz und Ruhm.
Doch auf fremden Plätzen war ihm eines
Täglich ausgetretnen Brunnensteines
Mulde manchmal wie ein Eigentum.
Hugo Salus.
Geboren am 3. August 1866 zu Leipa in Böhmen, studierte Medizin in Prag und lebt daselbst als Frauenarzt. – Gedichte 1897. Neue Gedichte 1899. Ehefrühling 1899. Reigen 1900. Ernte 1903. Neue Garben 1904. Die Blumenschale 1907.
An blauen Frühlingstagen.
Vom stolzen Glück des eignen Werts getragen,
Als brächt' ihr Blühn der Landschaft erst Gewinn,
Gehn schöne Fraun an blauen Frühlingstagen
Wie Königinnen durch die Menge hin;
Als hätt' der Knabe Frühling nur im Sinn,
Das Krönungsvließ um ihren Leib zu schlagen
Und, wie ein Page, seiner Königin
Mit stillem Dank die Schleppe nachzutragen …
Im stillen Hafen.
Dies ist mein Glück: in allen Bitternissen
Des Seins daheim mein junges Weib zu wissen,
Das mädchenhaft und hold und lieb und rein
Nichts andres wünscht, als mein, nur mein zu sein;
Das weich ihr Haar anschmiegt an meine Wange
Und mir vertrauend, wie ein frommes Kind,
Mit feuchten Augen, die voll Güte sind,
Für Gaben dankt, die – ich empfange.