Oben saß in mondlichtschimmernder Blässe
Eine Bettlerin, in den Mantel der dichten
Haare gehüllt. Ein großes Verzichten
Lag in ihrer Augen blinkender Nässe.
Und so träumte sie, jeglichen Schmuckes bar.

König Kophetua legte die goldene Krone
Über die eisengerüsteten Knie und harrte
Auf einer der Stufen, bis ihn die traurige, zarte
Magd erblicke, flehentlich, ohne
Sich umzusehn, wo sein Gefolge war …

An die Baronin Colombine.

Baronin Colombine ist so zierlich und zart.
Ich zupfe die Mandoline – leider noch keinen Bart.

Baronin Colombine, nimm dich in acht:
Auf meiner Mandoline sind Funken erwacht.

Baronin Colombine, lach nicht so laut!
Weil meiner Mandoline vor deinem Lachen graut!

Baronin Colombine, du nahmst mir meine Ruh.
Ins Wasser die Mandoline – und mich dazu!

Porträt eines spanischen Infanten von Diego Velasquez.

Mit blutgemiedener langer schmaler Hand,
Feinen Fingern, die den Duft der weißen Rosen fühlen,
Manchmal mager und müd in warmen Damenhaaren wühlen,
Halt' ich einen zierlich-kalten Degenkorb umspannt.
Meine Blicke gleiten kraftlos von der glatten silbergrauen Wand,
Von rieselnden leisen Gebeten sind meine Lippen schlaff und bleich,
Ein scharfer Dolchschnitt ist mein verachtender Mund,
Ich streichle manchmal einen hohen schlanken Hund.
Manchmal bin ich mit häßlichen Zwergen weich:
Ich beschenke sie reich –
Und peitsche sie wieder wund.
Mit dichten Schleiern schütz' ich mich vor dem Morgenrot:
Die Sonne hat Pfeile. Pfeile wirken Tod.

Pierrot pendu.