Ich will meine bloßen Hände aneinander legen
Und sie schwer versinken lassen,
Da es Abend wird, als wären sie Geliebte.
Maiglocken läuten in der Dämmerung,
Und weiße Düfteschleier senken sich auf uns,
Die wir eng beieinander unsern Blumen lauschen.
Durch den letzten Glanz des Tages leuchten Tulpen,
Die Syringen quellen aus den Büschen,
Eine helle Rose schmilzt am Boden …
Wir alle sind einander gut.
Draußen durch die blaue Nacht
Hören wir gedämpft die Stunden schlagen.

Wenn es Abend wird.

Die Engel der Liebkosung steigen nieder,
Von weitem kommen deine Hände wieder,
Und deine Augen sind so mild, so weit,
Daß alle Dinge drin verklärt gen Himmel fahren.

Mein Zimmer ist ein Wald, der sich erinnert, wie deine Worte sangen,
Im Kleinsten, das einmal deinen Atem gespürt, lebt brünstiges Verlangen,
Wie Lampen gehn die Spiegel an, die schon voll Dunkel waren.

Schon rufen deine Schritte die Blumen auf im Garten,
Daß ihre kleinen Seelen erschauern und im Dunkel warten.
Die Bäume werden atemlos und stehn beklommen,
Die Bäche horchen auf, ein tiefer Traum belauscht dein Kommen,
Am Weg, auf dem du nahst, ist Stern an Stern gereiht.
O wunderbare Trunkenheit!

Ferne Musik.

Die glatten, leisen,
Lustwarmen Weisen,
Die sich verschlingen
Und im Reigen singen
Von Sommertagen,

Erinnern mich Schweren,
Wie auf Blumenfähren
Mit glänzenden Wangen
Frauen sangen,
Von Bläue getragen,

Und daß am Ende
Der Fahrt die Hände,
Die blitzend bewegten,
Sich nicht mehr regten
Und entgeistert lagen

In jedem Schoß,
So sehnsuchtslos,
Die Umarmungen boten,
Wie die Steine der Toten
Im Mondlicht ragen.