Erwartung im Garten.
Hab ich doch alles nun geküßt,
Die Blumen, die Gräser und
Den zitternden Sperling in meiner Hand,
Den Tau der sanften Kressen
Und selbst die Wolken am Himmel, –
Kommst Du noch immer nicht?
Lea.
Wir hielten uns umschlungen
In unserm großen Haß,
Ich hab dir schwören müssen,
Daß ich von dir nie laß.
Wir hielten uns umschlungen
In unsrer großen Lust,
Du hast mir zugeschrieen,
Daß du mich lieben mußt.
Dann hobst du dich und standest,
Gelöst war unser Bund,
Und sprachst die Abschiedsworte
Mit nie geküßtem Mund.
Die Leibwache.
Und bin ich auch in mancher Stunde wie verdammt,
Ich weiß, daß doch ein Schein von meinem Blut,
Wo ich mich rühre, wo ich raste, mich umflammt
Wie eine große Glorie innerlicher Glut.
Darin ist alles das enthalten, was die Väter,
Ob sie Soldaten, Bauern, Sünder oder Beter,
Von ihrem Innersten ins Äußere geglüht,
Daß es mein eigen Blut noch heute fühlt.
Denn ja, ich fühl's wie Rüstung, Schild und Feuerwall
Und Festung, die mich überall umgibt,
Und wieder so, daß es der Schöpfung wirren Schwall
Mit Netzen wie aus Blut und Sonnenstäubchen siebt,
Damit in meiner Augen Nähe kommt
Nur, was für Ewigkeiten ihnen frommt,
Und immer nur in meinem Herzen Wurzeln schlägt
Und darin gräbt, wes Wachstum dies mein Herz verträgt;
Und was es tiefer noch verankert in den Grund,
Von dem ich nichts weiß, als daß zu Beginn
Ein heißer Wille schwoll, der dann von Mund zu Mund
Sich fortgepflanzt bis her zu mir, der ich jetzt bin.
Und bei mir sind, die mich vor schwerstem Leid bewahren!
Ich recke mich inmitten himmlischer Husaren,
Heb ich die Hand, so winken tausend Hände mit,
Und halte ich, so hält mit mir der Geisterritt.