Der Markusdom, der bunte, klangumtönte,
Hat seine Pforten gähnend aufgeschlagen,
Am Hochaltar, wo Priester Kerzen tragen,
Thront stolz der Doge, der vom Volk gekrönte.

Es lehnt an ihm in mädchenhaftem Zagen
Sein junges Weib, das holde, glückverschönte.
Ein Page, der an Schleppendienst gewöhnte,
Kniet stumm dabei in Puffenwams und Kragen.

Der Weihrauch dampft, zu Ende geht die Messe,
Es blickt verklärt die schöne Dogaresse …
Doch sehen könnt ihr, wenn ihr näher tretet,

Daß tief im Samt, dem dunkelvioletten,
Des Pagen Hand und ihre sich verketten –
Der alte Doge kniet im Stuhl und betet.

Künstlerroman.

Als tot auf schlechtem Gasthofbette lag
Sein junges Weib bei Unschlittkerzenflammen,
Da schob Papier, verstreutes, er zusammen,
Und schrieb darauf bis an den grauen Tag.

Es ward an Inhalt und an süßem Schalle
Ein also großes, ewiges Gedicht,
Daß die Genossen es verstanden nicht,
Und schweigend wichen, tiefergriffen alle.

Er aber blieb allein mit einem Sarg,
Darin begrub er seine Jugendliebe –
Und jenes Buch, das ew'gen Ruhm verbarg,
Und das kein Denker leichthin nach ihm schriebe,

Er schob es unters fahle Goldgelock
Als Ruhekissen für die schöne Tote,
Und riß sich aus den Hecken einen Stock
Und schritt hinaus ins Morgenlicht, das rote.