Aber plötzlich
Aus der dumpfen Rede
Des leichthin Gerichteten,
Aus einem hilflosen Schulterzucken
Wehte mir zarter Lindenduft
Unserer fernen seligen Heimat,
Und ich bereute gerissenes Urteil.
Noch im schlammigsten Antlitz
Harret das Gott-Licht seiner Entfaltung.
Die gierigen Herzen greifen nach Kot –
Aber in jedem
Geborenen Menschen
Ist mir die Heimkunft des Heilands verheißen.
Sein und Treiben.
Erkennen ist noch Hast.
Auch Können ist Unrast.
Wer wirklich ist, der ist!
Der wohlgeborene Hund darf sein.
Der mißgeborene Hund muß springen.
Gebet um Reinheit.
Nun wieder, mein Vater, ist kommen die Nacht, die alte, immergleiche.
Sie durchschreitet uns all die Wunderblinden mitten im Wunder.
Und die Stunde ist da, wo die Menschen, unwissend des tiefen Zeichens,
Vor ihr Wasser treten, den Kopf eintauchen und die beschmutzten Hände spülen.
O heilig Wasser der Erde, doppelt bestimmt, zu tränken und zu reinigen!
O mein Gott, o mein Vater, heilig Wasser der Geisterwelt!
Ist nicht meine Sehnsucht nach deiner Kühle Gewähr, daß du springst und spülst,
Ist nicht mein Zweifel noch das Hinlauschen nach deinem süßen Gefälle?
Ich senke meinen Kopf und tauche ihn in die Feuchte des Lampenkreises.
Ich halte dir meine beschmutzten Hände hin, wie ein Kind, das am Abend der Waschung wartet.
Nach einem lügnerischen Tage will ich mich sammeln, um in dieser Spanne wahr zu sein.
Ich will mich in meiner Hürde zusammendrängen, bis das Geheul meiner Eitelkeit verstummt.
Dein Psalmist, mein Vater, hat wider seine Feinde gesungen,
Und ich, mein Vater, folge ihm und singe einen Psalm hier wider meinen Feind!
Ach, ich habe keine Feinde, denn wir Menschen lieben einander nicht einmal so sehr, um uns Feinde zu sein.
Aber ich habe einen Feind, einen gewaltigen Feind, der mich berennt und an alle meine Tore pocht.