Gesang des Lebens.

Groß ist das Leben und reich!
Ewige Götter schenkten es uns,
Lächelnder Güte voll,
Uns den Sterblichen, Freudegeschaffnen.

Aber arm ist des Menschen Herz!
Schnell verzagt, vergißt es der reifenden Früchte.
Immer wieder mit leeren Händen
Sitzt der Bettler an staubiger Straße,
Drauf das Glück mit den tönenden Rädern
Leuchtend vorbeifuhr.

Im Lande der Torheit.

Im Lande der Torheit küßt' ich die Hände der schönen Fraun,
Sie waren schmeichelnd und weiß, mit blitzenden Ringen geschmückt.
Ich lachte wohl auch beim lieblich klingenden, lockenden Wort,
Und eitel genoß ich des eigenen spielenden Übermuts.

Doch immer wieder irrte mein Blick ins Leere ab:
Ich sah und fühlte die Hände meiner lieben Frau,
Die weich und still in ruhender Güte sich nach mir
Hersehnen aus der Ferne – deine Hände, die
Allein die Wirrnis dumpfen Wollens je gebannt –
Und ich gedachte jener Stunde, da mir einst
Im Tode diese Hände stummen Trost verleihn.

Denkst du daran …

Denkst du daran, wie du zum erstenmal
Aus deiner Heimatberge düsterm Forst
Aus dunklem Tannengrün des hohen Harzes
Als Knabe niederschautest in die Ebne? –
Die Welt ist bunt! so riefst du jauchzend aus.
Da dehnten sich die farbigen Felderstreifen
Vor dir hinab wie Blätter eines Fächers,
Entfaltet an den runden, sanften Hügeln –
Und also farbig rings die weite Welt!
Und reichlicher und dreimal leuchtender
Als drinnen in den schwarzen Tannenwäldern
Schien drüberhin das Sonnengold zu gluten …
Die Welt ist bunt! – O wär' sie bunt geblieben.

Der Abenteurer.