Auszüge aus der in Tiflis erscheinenden armenischen Zeitung „Horizon“ vom 11. Juni (Nr. 112).

25 Offiziere getötet.

Der Festungsoffizier von Kars, Karapetian, welcher am 4. Juni aus türkischer Gefangenschaft geflohen ist, berichtet folgende erschütternde Geschichte:

„Wir waren 28 Offiziere: 12 russische, 6 georgische und 10 armenische. Wir gerieten in der Station Allahwerdi in türkische Gefangenschaft. Man brachte uns nach Aschagha-Maral, wobei man uns unterwegs die Schuhe auszog. Dann kam ein türkischer Offizier und sagte: Folgt mir zu unserem Pascha, welcher sich in der Nähe in dem Büro von Mantascheff befindet und Euch verhören will.

Als man uns aus dem Eisenbahnwagen herausholte, fragte einer der Askjaris (türkischer Soldat): Habt Ihr die Maschinengewehre gebracht? Der andere hieß ihn drohend schweigen. Wir folgten dem Unteroffizier, umzingelt von Askjaris. Nachdem man uns etwa 3 Werst weiter geführt hatte, wurde der Regimentskommandeur Wladimiroff vorgerufen und seiner Kleider und Barschaft (1500 Rubel) beraubt, ebenso verfuhren sie mit den übrigen Offizieren. Auch mir nahmen sie die Kleider und 3833 Rubel weg. Dann hieß man uns zusammen hinsetzen, während der Unteroffizier die Gewehre zu laden befahl. In einem Halbkreis, 6 Schritt von uns entfernt, legten sich die Askjaris mit geladen Flinten hin. Gerade als der Befehl — Feuer — erteilt werden sollte, flohen wir alle, aber nur drei von uns konnten sich retten: ich und zwei andere, Leutnant des Ephremoffschen Regiments Smirnoff und Militärbeamter Kusma Fomin.

Die Nacht verbrachten wir im Schilf. Im Morgengrauen des 5. Juli krochen wir nach dem Platz, wo das Verbrechen begangen worden war und sahen dort die Leichen unserer Kameraden umherliegen, darunter die des Regimentskommandeurs Wladimiroff, des Offizierstellvertreters Sohraboff, des Bataillonchefs Bosnakian und des Offizierstellvertreters Bosnakian.

Mit großen Schwierigkeiten konnten wir die Station Kumis erreichen, von wo aus deutsche Offiziere uns nach Tiflis brachten. Barfuß und in Unterkleidern meldeten wir uns bei dem Stab der Roten Garde und erhielten Kleider und Schuhe.“

Ferman Wehib Paschas.

Zum Zwecke der Wiederherstellung der Eisenbahnverbindung zwischen Eriwan und Elisabethpol wurden besondere Züge abgelassen, in denen sich türkische Offiziere befanden. Diese Offiziere nahmen einen Ferman Wehib Paschas mit, in dem der tatarischen Bevölkerung mitgeteilt wurde, daß nunmehr der Friede geschlossen sei und ihre feindselige Haltung den Armeniern gegenüber aufzuhören habe. Ebenso sei es verboten, fernerhin die Armenier zu töten[150].

Auf der kaukasischen Heeresstraße.