(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)

Telegramm.

Pera, den 18. Juli 1918.

An Auswärtiges Amt.

Der Armenierführer Aharonian hat bei mir wieder verschiedene Klagen vorgebracht. Es handelt sich in erster Linie um die armenischen Flüchtlinge, wegen deren ich schon mehrmals beim Großwesir vorstellig wurde. Ferner bat Aharonian, Armenien durch österreichische oder deutsche Polizeitruppen zu besetzen. Er ist mit mir der Ansicht, daß die Beschlüsse der Konferenz einen Schlag ins Wasser bedeuten werden, wenn nicht die betreffenden Gebiete durch deutsche oder österreichische Truppen besetzt sind. Schließlich war Aharonian sehr besorgt wegen einer Unterredung des Berliner armenischen Delegierten mit Joffe. Dieser habe gesagt, daß Rußland zur Not Georgien anerkennen werde, aber nicht Armenien und Aserbeidjan. Lieber würde Rußland die Türkei mit Waffengewalt hinter die Grenzen von Brest-Litowsk zurücktreiben. Es scheint, daß die Russenherrschaft von den Armeniern ebenso sehr gefürchtet wird wie die der Türken.

Bernstorff.

416.

(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)

Telegramm.

Pera, den 25. Juli 1918.