Nichts von meinen Empfindungen; einen solchen Schmerz hatte ich noch nie gefühlt. Das holde theure Mädchen war das Opfer ihrer Zärtlichkeit. Erst seit jenem schrecklichen Tage, wo sie mich rettete, hatte sie über Brustbeschwerden geklagt.

»Theure, geliebte Seele!« — rief ich mit heißen Thränen — »Ach! Ohne dich ist das Leben nur eine Marter für mich!« — Traurig vergieng der Tag; die Braminen richteten alles zum feierlichsten Begräbnisse ein. — Zum leztenmal sah ich das himmlische Gesicht — die Flamme loderte auf — der unsterbliche Theil meiner Geliebten stieg zu Brama empor. — Lebt wohl, ihr Gestade Ostindiens! — Ich kehrte nach Pondichery, und bald darauf nach Europa zurück!


Zweite Abtheilung,
Ch. Fr. Tombe


Quelle.

Voyage aux Indes Orientales etc. par Ch. Franc. Tombe. Paris VI. Vol. 8. 1810.


Erstes Capitel.

Ich war Ingenieur-Capitain, und hatte seit 1796 bei der Nord- und Rheinarmee alle Feldzüge mitgemacht. Allein nach dem Frieden von Amiens (1802) ward ich auf Pension gesezt, was für mich, als Familienvater, sehr traurig war. Ich suchte nun irgend eine passende Stelle zu erhalten, meine Bemühungen hatten jedoch keinen Erfolg. Endlich ward ich mit einem Kaufmanne aus Isle de France bekannt, der daselbst ansehnliche Plantagen besaß. Er that mir den Vorschlag, ihn dahin zu begleiten, versprach mich als Supercargo nach Ostindien zu senden, und bestimmte mich ohne viel Mühe zur Annahme seines Antrags. Ich erbat, und erhielt hierauf den nöthigen unbestimmten Urlaub, wieß meiner Familie inzwischen meine Pension an, und schiffte mich endlich am 24. September 1802 mit meinem neuen Freunde, nach unserer Bestimmung ein.