»Beim Auge, Bruder Channo, beim Sehbewusstsein, bei den durch das Sehbewusstsein bewusstbaren Dingen, gewahrst du da wohl: ›Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst‹? beim Ohre, Bruder Channo, bei der Nase, bei der Zunge, beim Leibe, beim Denken, bei den Dingen, beim Denkbewusstsein, bei den durch das Denkbewusstsein bewusstbaren Dingen, gewahrst du da wohl: ›Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst‹?«

»Beim Auge, Bruder Sāriputto, beim Sehbewusstsein, bei den durch das Sehbewusstsein bewusstbaren Dingen gewahr’ ich da wohl: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹; beim Ohre, Bruder Sāriputto, bei der Nase, bei der Zunge, beim Leibe, beim Denken, bei den Dingen, beim Denkbewusstsein, bei den durch das Denkbewusstsein bewusstbaren Dingen gewahr’ ich da wohl: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹.«

»Beim Auge, Bruder Channo, beim Sehbewusstsein, bei den durch das Sehbewusstsein bewusstbaren Dingen hast du was gesehn, was verstanden und gewahrst da wohl: {435} ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹? beim Ohre, Bruder Channo, bei der Nase, bei der Zunge, beim Leibe, beim Denken, bei den Dingen, beim Denkbewusstsein, bei den durch das Denkbewusstsein bewusstbaren Dingen hast du was gesehn, was verstanden und gewahrst da wohl: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹?«

»Beim Auge, Bruder Sāriputto, beim Sehbewusstsein, bei den durch das Sehbewusstsein bewusstbaren Dingen hab’ ich die Auflösung gesehn, die Auflösung verstanden und gewahre da wohl: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹; beim Ohre, Bruder Sāriputto, bei der Nase, bei der Zunge, beim Leibe, beim Denken, bei den Dingen, beim Denkbewusstsein, bei den durch das Denkbewusstsein bewusstbaren Dingen hab’ ich die Auflösung gesehn, die Auflösung verstanden und gewahre da wohl: ›Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst‹.«

Nach diesen Worten wandte sich der ehrwürdige Mahācundo also an den ehrwürdigen Channo:

»So magst du denn, Bruder Channo, auch diese Weisung von Ihm, dem Erhabenen, unwandelbar im Geiste bewahren: ›Eingepflanzt erzittert man: nicht eingepflanzt erzittert man nicht; erzittert man nicht, ist man still: still geworden neigt man sich nicht; neigt man sich nicht, kommt man und geht man nicht: kommt man und geht man nicht, {436} erscheint und verschwindet man nicht; erscheint und verschwindet man nicht, giebt es kein hüben und kein drüben noch beider inmitten sein: es ist eben das Ende vom Leiden.‹«

Als da nun der ehrwürdige Channo mit dieser Ansprache angesprochen worden, standen Sāriputto und Mahācundo die Ehrwürdigen von ihren Sitzen auf und schritten von dannen.

Bald aber, nachdem Sāriputto und Mahācundo die Ehrwürdigen fortgegangen, hat der ehrwürdige Channo zur Waffe gegriffen.

Da begab sich denn der ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen hin, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach nun der ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen also:

»Der ehrwürdige Channo, o Herr, hat zur Waffe gegriffen. Wo ist er jetzt, was ist aus ihm geworden?«