»Und wie ist es möglich, o Bruder, dass immer wieder ein neuer Keim entsteht?«
»Weil die Wesen, o Bruder, versunken im Nichtwissen, vom Lebensdurst geködert, bald da und bald dort sich ergetzen, desshalb kommt immer wieder ein neuer Keim zustande.«
»Und wie ist es möglich, o Bruder, dass nie wieder ein neuer Keim entstehe?«
»Durch den Nichtwissensekel, o Bruder, durch die Wissensgewinnung, durch die Auflösung des Durstes wird jede weitere Keimbildung aufgehoben.«
»Was ist nun, Bruder, die erste Schauung?«
»Da weilt, o Bruder, ein Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der ersten Schauung. Das nennt man, Bruder, die erste Schauung.«
»Und was für Eigenschaften, Bruder, besitzt die erste Schauung?«
»Die erste Schauung, Bruder, besitzt fünf Eigenschaften: da ist, o Bruder, ein Mönch, der die erste Schauung erwirkt hat, dem Sinnen und Gedenken hingegeben, der Heiterkeit, Säligkeit und Einheit des Gemüthes. Solcher Art, Bruder, sind die fünf Eigenschaften der ersten Schauung.«
»Und von welchen Eigenschaften, Bruder, muss die erste Schauung frei sein, und von welchen erfüllt?«
»Die erste Schauung, Bruder, muss von fünf Eigenschaften frei und von fünf Eigenschaften erfüllt sein: da ist, o Bruder, ein Mönch, der die erste Schauung erwirkt hat, lauter von Wunscheswillen, lauter von Gehässigkeit, {295} lauter von matter Müde, lauter von stolzem Unmuth, lauter von schwankender Ungewissheit; und er ist dem Sinnen und Gedenken hingegeben, der Heiterkeit, Säligkeit und Einheit des Gemüthes. Solcher Art, Bruder, ist die erste Schauung von fünf Eigenschaften frei und von fünf Eigenschaften erfüllt.«