»Wie ist aber, Mönche, die Lebensführung, die gegenwärtiges Wehe und künftiges Wohl bringt? Da hält sich einer, ihr Mönche, unter Schmerzen und Quaalen vom Morde zurück und seine Verwerfung des Mordes kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen vom Diebstahl zurück und seine Verwerfung des Diebstahls kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen vom Wüsten zurück und seine Verwerfung des Wüstens kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen vom Lügen zurück und seine Verwerfung des Lügens kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen vom Verleumden zurück und seine Verwerfung des Verleumdens kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen vom Barschsein zurück und seine Verwerfung der Barschheit kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen vom Schwatzen zurück und seine Verwerfung des Schwatzens kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen von der Selbstsucht zurück und seine Verwerfung der Selbstsucht kostet ihn Schmerzen und Quaalen, hält sich unter Schmerzen und Quaalen von der Bosheit zurück und seine Verwerfung der Bosheit kostet ihn Schmerzen und Quaalen, {315} ist unter Schmerzen und Quaalen wahrhaft und seine Wahrhaftigkeit kostet ihn Schmerzen und Quaalen. Der gelangt bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte, in sälige Welt. Das nennt man, ihr Mönche, eine Lebensführung, die gegenwärtiges Wehe und künftiges Wohl bringt.

»Und wie ist, ihr Mönche, die Lebensführung, die gegenwärtiges Wohl sowie künftiges Wohl bringt? Da hält sich einer, ihr Mönche, mit Lust und Genügen vom Morde zurück und seine Verwerfung des Mordes gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen vom Diebstahl zurück und seine Verwerfung des Diebstahls gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen vom Wüsten zurück und seine Verwerfung des Wüstens gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen von der Lüge zurück und seine Verwerfung der Lüge gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen vom Verleumden zurück und seine Verwerfung des Verleumdens gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen vom Barschsein zurück und seine Verwerfung der Barschheit gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen vom Schwatzen zurück und seine Verwerfung des Schwatzens gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen von der Selbstsucht zurück und seine Verwerfung der Selbstsucht gewährt ihm Lust und Genügen, hält sich mit Lust und Genügen von der Bosheit zurück und seine Verwerfung der Bosheit gewährt ihm Lust und Genügen, ist mit Lust und Genügen wahrhaft und seine Wahrhaftigkeit gewährt ihm Lust und Genügen. Der gelangt bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte, in sälige Welt. Das nennt man, ihr Mönche, eine Lebensführung, die gegenwärtiges Wohl sowie künftiges Wohl bringt. Das sind, ihr Mönche, die vier Arten der Lebensführung.

»Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn man eine Kürbissflasche da hätte, mit Gift versetzt, und es käme ein Mann herbei, der leben, nicht sterben will, der Wohlsein wünscht und Wehe verabscheut, und man spräche also zu ihm: ›Lieber Mann, diese Kürbissflasche ist mit Gift versetzt: wenn du willst, so trinke. {316} Aber dieser Trank wird dir nicht behagen, weder an Farbe, noch an Geruch und Geschmack, und nach dem Genusse wirst du sterben oder tödtliche Schmerzen erleiden.‹ Doch unbesonnen tränke er ihn, wiese ihn nicht zurück. Und der Trank behagte ihm weder an Farbe noch an Geruch und Geschmack, und nachdem er ihn getrunken, stürbe er oder erlitte tödtliche Schmerzen: — Dem zu vergleichen, sag’ ich, ihr Mönche, ist eine Lebensführung, die gegenwärtiges Wehe sowie künftiges Wehe bringt.

»Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn man eine Trinkschaale da hätte, mit schönem, duftendem, wohlschmeckendem Inhalte, aber mit Gift versetzt, und es käme ein Mann herbei, der leben, nicht sterben will, der Wohlsein wünscht und Wehe verabscheut, und man spräche also zu ihm: ›Lieber Mann, diese Trinkschaale birgt schönes, duftendes, wohlschmeckendes Nass, ist aber mit Gift versetzt: wenn du willst, so trinke. Zwar wird dir der Trank behagen, an Farbe, Duft und Wohlgeschmack, aber nach dem Genusse wirst du sterben oder tödtliche Schmerzen erleiden.‹ Doch unbesonnen tränke er ihn, wiese ihn nicht zurück. Und der Trank behagte ihm zwar an Farbe, Duft und Wohlgeschmack, nachdem er ihn aber getrunken, stürbe er oder erlitte tödtliche Schmerzen: — Dem zu vergleichen, sag’ ich, ihr Mönche, ist eine Lebensführung, die gegenwärtiges Wohl und künftiges Wehe bringt.

»Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn man faulen Urin da hätte, mit mancherlei Heilkräutern versetzt, und es käme ein Mann herbei, der die Gelbsucht hat, und man spräche also zu ihm: ›Lieber Mann, dieser faule Urin ist mit mancherlei Heilkräutern versetzt: wenn du willst, so trinke. Der Trank wird dir freilich nicht behagen, weder an Farbe noch an Geruch und Geschmack, aber der Genuss wird dir wohlbekommen.‹ Und besonnen tränke er ihn, wiese ihn nicht zurück. Und der Trank behagte ihm freilich weder an Farbe noch an Geruch und Geschmack, nachdem er ihn aber getrunken, würde ihm wohl: — Dem zu vergleichen, sag’ ich, ihr Mönche, ist eine Lebensführung, die gegenwärtiges Wehe und künftiges Wohl bringt.

»Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn man Rahm und Honig, Butteröl und Zucker da hätte, innig vermischt, und es käme ein Mann herbei, der an Blutbrechen litte, und man spräche also zu ihm: ›Lieber Mann, hier ist Rahm und Honig, {317} Butteröl und Zucker, innig vermischt: wenn du willst, so trinke. Dieser Trank wird dir an Farbe, Duft und Geschmack eben recht sein, und der Genuss wird dir wohlthun.‹ Und besonnen tränke er ihn, wiese ihn nicht zurück. Und der Trank wär’ ihm eben recht an Farbe, Duft und Geschmack, und nachdem er ihn getrunken, würde ihm wohl: — Dem zu vergleichen, sag’ ich, ihr Mönche, ist eine Lebensführung, die gegenwärtiges Wohl sowie künftiges Wohl bringt.

»Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn im letzten Monat der Regenzeit, im Herbste, nach Zerstreuung und Vertreibung der wasserschwangeren Wolken die Sonne am Himmel aufgeht und alle Nebel der Lüfte strahlend verscheucht und flammt und leuchtet: ebenso nun auch, ihr Mönche, erscheint da diese Lebensführung, die gegenwärtiges Wohl sowie künftiges Wohl bringt, und verscheucht strahlend die Redereien gewöhnlicher Büßer und Priester und flammt und leuchtet.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.


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