Da gab nun der Erhabene einem Mönche den Auftrag:

»Geh’, lieber Mönch, und sag’ in meinem Namen jenen Mönchen: Der Meister lässt euch Ehrwürdige rufen.«

»Gut, o Herr!« erwiderte der Mönch dem Erhabenen und begab sich zu jenen Mönchen. Dort angelangt sprach er also zu ihnen:

»Der Meister lässt euch Ehrwürdige rufen.«

»Wohl, Bruder, wir kommen!« sagten jene Mönche und begaben sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder. Zu den dort Sitzenden sprach nun der Erhabene also:

»Ist es wahr, wie man sagt, dass unter euch Mönchen Zank und Streit ausgebrochen sei, dass ihr mit einander hadert und scharfe Wortgefechte führt? Dass ihr euch nicht versöhnen könnt und eine Versöhnung zurückweist, dass ihr euch nicht verständigen könnt und der Verständigung unzugänglich bleibt?«

»Allerdings, o Herr!«

»Was meint ihr nun, Mönche: zu einer Zeit wo ihr unter einander in Zank, Streit und Hader liegt und euch mit scharfer Rede angreift, dient ihr wohl zu einer solchen Zeit eueren Ordensbrüdern mit liebevoller That, so offen als verborgen, mit liebevollem Wort, so offen als verborgen, mit liebevollem Herzen, so offen als verborgen?«

»Freilich nicht, o Herr!«

»So ist es klar, Mönche, dass ihr zu einer solchen Zeit eueren Ordensbrüdern weder mit liebevoller That dienet, so offen als verborgen, noch mit liebevollem Worte, so offen als verborgen, noch mit liebevollem Herzen, so offen als verborgen. Was wollt ihr also, Bethörte, was bezweckt ihr, was beabsichtigt ihr mit euerem Zanken, Streiten und Hadern, {322} mit eurer scharfen Rede, mit eurer Unversöhnlichkeit und Unverständigkeit? Das wird euch Bethörten lange zum Unheil, zum Leiden gereichen.«