»Dass aber Asketen oder Priester, ihr Mönche, die nicht also der Wahrheit gemäß der Gefühle Labsal als Labsal, Elend als Elend, Ueberwindung als Ueberwindung erkennen, vielleicht selbst die Gefühle verstehn oder einen anderen dazu bringen werden, durch ihre Belehrung zum Verständnisse der Gefühle zu gelangen: das ist unmöglich. Dass nun aber Asketen oder Priester, ihr Mönche, die also der Wahrheit gemäß der Gefühle Labsal als Labsal, Elend als Elend, Ueberwindung als Ueberwindung erkennen, vielleicht selbst die Gefühle verstehn oder einen anderen dazu bringen werden, durch ihre Belehrung zum Verständnisse der Gefühle zu gelangen: das ist möglich.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.


14.

Zweiter Theil

Vierte Rede

DIE LEIDENSVERKETTUNG
– II –

{91} Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene im Lande der Sakker, bei Kapilavatthu, im Park der Feigenbäume. Da nun begab sich ein Sakkerfürst, Mahānāmo, dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach nun Mahānāmo, der Sakker, zum Erhabenen also:

»Lange Zeit schon, o Herr, scheint mir die Lehre des Erhabenen folgende zu sein: ›Gier ist Herzenstrübung, Hass ist Herzenstrübung, Irre ist Herzenstrübung.‹ So kenne ich zwar, o Herr, die Lehre des Erhabenen von der Gier als Herzenstrübung, vom Hasse als Herzenstrübung, von der Irre als Herzenstrübung, trotzdem aber lässt sich mein Herz zuweilen von Regungen der Gier beeinflussen, von Regungen des Hasses beeinflussen, von Regungen der Irre beeinflussen. Da frag’ ich mich nun, o Herr: was für ein Ding haust wohl noch in mir, dass sich mein Herz zuweilen von Regungen der Gier, von Regungen des Hasses, von Regungen der Irre beeinflussen lässt?«