DAS GLEICHNISS VON DER SÄGE

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Damals nun weilte der ehrwürdige Moliyaphagguṇo zu ungehöriger Zeit in Gesellschaft der Nonnen. Also weilte der ehrwürdige Moliyaphagguṇo in Gesellschaft der Nonnen, dass er, wenn irgend einer der Mönche ihm gegenüber jene Nonnen tadelte, darob entrüstet und verstimmt schlechthin einen Verweis ertheilte; und wenn irgend einer der Mönche jenen Nonnen gegenüber den ehrwürdigen Moliyaphagguṇo tadelte, diese darob entrüstet und verstimmt schlechthin einen Verweis ertheilten. Also weilte der ehrwürdige Moliyaphagguṇo in Gesellschaft der Nonnen.

Da nun begab sich ein Mönch zum Erhabenen, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite hin. Zur Seite sitzend sprach nun jener Mönch zum Erhabenen also:

»Der ehrwürdige Moliyaphagguṇo, o Herr, weilt zu ungehöriger Zeit in Gesellschaft der Nonnen. Also, o Herr, weilt der ehrwürdige Moliyaphagguṇo in Gesellschaft der Nonnen, dass er, wenn irgend einer der Mönche ihm gegenüber jene Nonnen tadelt, darob entrüstet und verstimmt schlechthin einen Verweis ertheilt; und wenn irgend einer der Mönche jenen Nonnen gegenüber den ehrwürdigen Moliyaphagguṇo tadelt, diese darob entrüstet und verstimmt schlechthin einen Verweis ertheilen. Also, o Herr, weilt der ehrwürdige Moliyaphagguṇo in Gesellschaft der Nonnen.«

Da nun wandte sich der Erhabene an einen der Mönche:

{123} »Gehe, o Mönch, und sage in meinem Namen dem Mönche Moliyaphagguṇo: der Meister ruft dich, Bruder Phagguṇo.«

»Wohl, o Herr!« erwiderte jener Mönch, dem Erhabenen gehorchend, begab sich dorthin wo der ehrwürdige Moliyaphagguṇo weilte, und sprach hierauf also zu ihm:

»Der Meister ruft dich, Bruder Phagguṇo.«

»Gut, o Bruder, ich komme!« erwiderte der ehrwürdige Moliyaphagguṇo jenem Mönche, begab sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Hierauf nun sprach zum ehrwürdigen Moliyaphagguṇo der Erhabene also:

»Ist es wahr, wie man sagt, Phagguṇo, dass du zu ungehöriger Zeit in Gesellschaft der Nonnen weilst? Also weilst du, heißt es, Phagguṇo, in Gesellschaft der Nonnen, dass, wenn irgend einer der Mönche dir gegenüber jene Nonnen tadelt, du darob entrüstet und verstimmt schlechthin einen Verweis ertheilst; und wenn irgend einer der Mönche jenen Nonnen gegenüber dich tadelt, jene Nonnen darob entrüstet und verstimmt schlechthin einen Verweis ertheilen: weilst du wirklich also, Phagguṇo, in Gesellschaft der Nonnen?«