»Wie aber, ihr Mönche, wird der Mönch zum Grabenfüller? Da wird, ihr Mönche, von dem Mönch die daseinsschwangere Wandelwelt der Geburten verneint, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann. Also, ihr Mönche, wird der Mönch zum Grabenfüller.
»Wie aber, ihr Mönche, wird der Mönch zum Pfeilentledigten? Da wird, ihr Mönche, von dem Mönch der Lebensdurst verneint, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass er nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann. Also, ihr Mönche, wird der Mönch zum Pfeilentledigten.
»Wie aber, ihr Mönche, wird der Mönch zum Hakenlosen? Da werden, ihr Mönche, von dem Mönch die fünf niederzerrenden Fesseln verneint, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln können. Also, ihr Mönche, wird der Mönch zum Hakenlosen.
»Und wie, ihr Mönche, wird der Mönch zum Heiligen, zum Fahnenlosen, Bürdelosen, Abgeschiedenen? Da wird, ihr Mönche, von dem Mönch der Ichheit Dünkel verneint, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass er nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann. {140} Also, ihr Mönche, wird der Mönch zum Heiligen, zum Fahnenlosen, Bürdelosen, Abgeschiedenen.
»Den also gemütherlösten Mönch, ihr Mönche, lauernd zu versuchen wagen selbst die Indo-, Brahmā- und Pajāpati-Götter nicht: ›Gefestigt ist dieses Vollendeten Bewusstsein.‹ Und warum nicht? Schon bei Lebzeiten nenn’ ich den Vollendeten, ihr Mönche, unerfassbar.
»Der ich also rede, also lehre, ihr Mönche, mich bezichtigen einige Asketen und Brāhmanen, grundloser, nichtiger Weise, fälschlich, mit Unrecht: ›Ein Verneiner ist der Asket Gotamo, des lebendigen Wesens Zerstörung, Vernichtung, Aufhebung verkündigt er.‹ Was ich nicht bin, ihr Mönche, nicht rede, dessen bezichtigen mich jene lieben Asketen und Brāhmanen, grundloser, nichtiger Weise, fälschlich, mit Unrecht: ›Ein Verneiner ist der Asket Gotamo, des lebendigen Wesens Zerstörung, Vernichtung, Aufhebung verkündigt er.‹ Nur eines, ihr Mönche, verkündige ich, heute wie früher: das Leiden und des Leidens Ausrodung.
»Wenn da, ihr Mönche, die Menschen den Vollendeten tadeln, verurtheilen, verfolgen und angreifen, da wird der Vollendete, ihr Mönche, nicht unwillig, nicht missmuthig, nicht gedrückten Gemüthes. Wenn da, ihr Mönche, die Menschen den Vollendeten werthhalten, hochschätzen, achten und ehren, da wird der Vollendete, ihr Mönche, nicht froh, nicht freudig, nicht geschwellten Gemüthes. Wenn da, ihr Mönche, die Menschen den Vollendeten werthhalten, hochschätzen, achten und ehren, da gedenkt, ihr Mönche, der Vollendete also: ›Weil dies früher durchdacht worden ist, erweisen sie mir hierin solche Ehren.‹
»Darum also, ihr Mönche: wenn auch die Menschen euch tadeln, verurtheilen, verfolgen und angreifen, werdet da nicht unwillig, nicht missmuthig, nicht gedrückten Gemüthes. Darum also, ihr Mönche: wenn auch die Menschen euch werthhalten, hochschätzen, achten und ehren, werdet da nicht froh, nicht freudig, nicht geschwellten Gemüthes. Darum also, ihr Mönche: wenn auch die Menschen euch werthhalten, hochschätzen, achten und ehren, so gedenket dabei: ›Weil dies früher durchdacht worden ist, erweisen sie uns hierin solche Ehren.‹
»Darum also, ihr Mönche: was euch nicht angehört, das gebet auf. Das von euch Aufgegebene wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.
»Was aber, ihr Mönche, gehört euch nicht an? Der Körper, ihr Mönche, gehört euch nicht an: ihn gebet auf. Der von euch aufgegebene wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen. Das Gefühl, ihr Mönche, gehört euch nicht an: das gebet auf. {141} Das von euch aufgegebene wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen. Die Wahrnehmung, ihr Mönche, gehört euch nicht an: sie gebet auf. Die von euch aufgegebene wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen. Die Unterscheidungen, ihr Mönche, gehören euch nicht an: sie gebet auf. Die von euch aufgegebenen werden euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen. Das Bewusstsein, ihr Mönche, gehört euch nicht an: das gebet auf. Das von euch aufgegebene wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.