{355} »Jener Glanz, o Herr, über den es keinen größeren und helleren giebt, das ist der höchste Glanz.«

»Lange noch kannst du also, Udāyī, fortfahren, wenn du sagst ›Jener Glanz, o Herr, über den es keinen größeren und helleren giebt, das ist der höchste Glanz‹, und diesen Glanz nicht erklärst. Gleichwie etwa, Udāyī, wenn ein Mann also spräche: ›Ich habe nach ihr, die da im ganzen Lande die Schönste ist, Verlangen, habe Sehnsucht nach ihr‹; und man fragte ihn: ›Lieber Mann, die Schönste des Landes, nach der du verlangst und dich sehnst, kennst du diese, ob es eine Fürstin oder eine Priestertochter, ein Bürgermädchen oder eine Dienerin ist?‹; und er gäbe ›Nein‹ zur Antwort; und man fragte ihn: ›Lieber Mann, die Schönste des Landes, nach der du verlangst und dich sehnst, kennst du diese, weißt du wie sie heißt, wo sie herstammt oder hingehört, ob sie von großer oder von kleiner oder von mittlerer Gestalt ist, ob ihre Hautfarbe schwarz oder braun oder gelb ist, in welchem Dorf oder welcher Burg oder welcher Stadt sie zuhause ist?‹; und er gäbe ›Nein‹ zur Antwort; und man fragte ihn: ›Lieber Mann, die du nicht kennst und nicht siehst, nach der verlangst du, sehnst dich nach ihr?‹; und er gäbe ›Ja‹ zur Antwort; was meinst du wohl, Udāyī: hätte nun nicht, bei solcher Bewandtniss, jener Mann unbegreifliche Antwort gegeben?«

»Allerdings hätte, o Herr, bei solcher Bewandtniss jener Mann unbegreifliche Antwort gegeben.«[124]

{356} »Ebenso nun auch, Udāyī, hast du gesagt ›Jener Glanz, o Herr, über den es keinen größeren und helleren giebt, das ist der höchste Glanz‹, und hast diesen Glanz nicht erklärt.«

»Gleichwie etwa, o Herr, ein Juwel, ein Edelstein, von reinem Wasser, achteckig, wohlbearbeitet, auf lichter Decke liegend leuchtet und funkelt und strahlt, ebenso glänzend ist die Seele, nach dem Tode genesen.«[125]

»Was meinst du wohl, Udāyī: ein Juwel, ein Edelstein, der von reinem Wasser, achteckig, wohlbearbeitet ist, auf lichter Decke liegend leuchtet und funkelt und strahlt, oder aber ein Glühwurm, ein Leuchtkäfer[126] in dunkler, finsterer Nacht: wer von den beiden hat größeren und helleren Glanz?«

»Ein Glühwurm, o Herr, in dunkler, finsterer Nacht, ein Leuchtkäfer, dieser von beiden hat da größeren und helleren Glanz.«

»Was meinst du wohl, Udāyī: ein Glühwurm in dunkler, finsterer Nacht, ein Leuchtkäfer, oder aber eine Oellampe in dunkler, finsterer Nacht: wer von den beiden hat größeren und helleren Glanz?«

»Eine Oellampe, o Herr, in dunkler, finsterer Nacht, diese von beiden hat da größeren und helleren Glanz.«