»›Wenn die Ansicht ‚Leben und Leib ist ein und dasselbe‘‹, Māluṉkyāputto, ›besteht, kann Asketenthum bestehn‹: das gilt nicht. ›Wenn die Ansicht ‚Anders ist das Leben und anders der Leib‘‹, Māluṉkyāputto, ›besteht, kann Asketenthum bestehn‹: auch das gilt nicht. Ob die Ansicht ‚Leben und Leib ist ein und dasselbe‘, Māluṉkyāputto, besteht oder die Ansicht ‚Anders ist das Leben und anders der Leib‘: sicher besteht Geburt, besteht Alter und Tod, besteht Wehe, Jammer, Leiden, Gram und Verzweiflung, deren Zerstörung ich schon bei Lebzeiten kennen lehre.

»›Wenn die Ansicht ‚Der Vollendete besteht nach dem Tode‘‹, Māluṉkyāputto, ›besteht, kann Asketenthum bestehn‹: das gilt nicht. ›Wenn die Ansicht ‚Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode‘‹, Māluṉkyāputto, ›besteht, kann Asketenthum bestehn‹: auch das gilt nicht. Ob die Ansicht ‚Der Vollendete besteht nach dem Tode‚, Māluṉkyāputto, besteht oder die Ansicht ‚Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode‘: sicher besteht Geburt, besteht Alter und Tod, besteht Wehe, Jammer, Leiden, Gram und Verzweiflung, {431} deren Zerstörung ich schon bei Lebzeiten kennen lehre.

»›Wenn die Ansicht ‚Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode‘‹, Māluṉkyāputto, ›besteht, kann Asketenthum bestehn‹: das gilt nicht. ›Wenn die Ansicht ‚Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode‘‹, Māluṉkyāputto, ›besteht, kann Asketenthum bestehn‹: auch das gilt nicht. Ob die Ansicht ‚Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode‘, Māluṉkyāputto, besteht oder die Ansicht ‚Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode‘: sicher besteht Geburt, besteht Alter und Tod, besteht Wehe, Jammer, Leiden, Gram und Verzweiflung, deren Zerstörung ich schon bei Lebzeiten kennen lehre.

»Darum also, Māluṉkyāputto, mögt ihr was ich nicht mitgetheilt als nicht mitgetheilt, und was ich mitgetheilt als mitgetheilt halten.

»Was aber, Māluṉkyāputto, hab’ ich nicht mitgetheilt? ›Ewig ist die Welt‹, Māluṉkyāputto, hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Zeitlich ist die Welt‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Endlich ist die Welt‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Unendlich ist die Welt‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Leben und Leib ist ein und dasselbe‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Anders ist das Leben und anders der Leib‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Der Vollendete besteht nach dem Tode‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode‹ hab’ ich nicht mitgetheilt, ›Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode‹ hab’ ich nicht mitgetheilt. Und warum hab’ ich das, Māluṉkyāputto, nicht mitgetheilt? Weil es, Māluṉkyāputto, nicht heilsam, nicht urasketenthümlich ist, nicht zur Abkehr, nicht zur Wendung, nicht zur Auflösung, nicht zur Aufhebung, nicht zur Durchschauung, nicht zur Erwachung, nicht zur Erlöschung führt: darum hab’ ich das nicht mitgetheilt.

»Was aber, Māluṉkyāputto, hab’ ich mitgetheilt? ›Das ist das Leiden‹, Māluṉkyāputto, hab’ ich mitgetheilt, ›Das ist die Leidensentwicklung‹ hab’ ich mitgetheilt, ›Das ist die Leidensauflösung‹ hab’ ich mitgetheilt. ›Das ist der zur Leidensauflösung führende Pfad‹ hab’ ich mitgetheilt. Und warum hab’ ich das, Māluṉkyāputto, mitgetheilt? Weil es, Māluṉkyāputto, heilsam, weil es urasketenthümlich ist, weil es zur Abkehr, Wendung, Auflösung, Aufhebung, Durchschauung, Erwachung, zur Erlöschung führt: darum hab’ ich das mitgetheilt.

»Darum also, Māluṉkyāputto, mögt ihr was ich nicht mitgetheilt als nicht mitgetheilt, {432} und was ich mitgetheilt als mitgetheilt halten.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige Māluṉkyāputto über das Wort des Erhabenen.


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