»Ja, o Herr!« sagte da der ehrwürdige Bhaddāli aufmerksam zum Erhabenen. Der Erhabene sprach also:
»Gleichwie etwa, Bhaddāli, ein gewandter Rossebändiger, wann er ein schönes edles Ross erhalten hat, zu allererst am Gebisse Uebungen ausführen lässt; und während es am Gebisse Uebungen ausführt zeigt es eben allerlei Ungebührlichkeit, Ungebärdigkeit, Unbändigkeit, weil es nie zuvor solche Uebungen ausgeführt hat: aber durch wiederholtes Ueben, durch allmäliges Ueben giebt es sich damit zufrieden. Sobald nun, Bhaddāli, das schöne edle Ross durch wiederholtes Ueben, durch allmäliges Ueben sich damit zufriedengegeben hat, dann lässt es der Rossebändiger weitere Uebungen ausführen und schirrt es an; und während es angeschirrt Uebungen ausführt zeigt es eben allerlei Ungebührlichkeit, Ungebärdigkeit, Unbändigkeit, weil es nie zuvor solche Uebungen ausgeführt hat: aber durch wiederholtes Ueben, durch allmäliges Ueben giebt es sich damit zufrieden. Sobald nun, Bhaddāli, das schöne edle Ross durch wiederholtes Ueben, durch allmäliges Ueben sich damit zufriedengegeben hat, dann lässt es der Rossebändiger weitere Uebungen ausführen und im Schritt gehn, im Trab gehn, Galopp laufen[49], er lässt es rennen und springen, bringt ihm königlichen Gang und königliche Haltung bei, er macht es zum schnellsten und flüchtigsten und verlässlichsten der Pferde; und während es also Uebungen ausführt zeigt es eben allerlei Ungebührlichkeit, Ungebärdigkeit, Unbändigkeit, weil es nie zuvor solche Uebungen aufgeführt hat: aber durch wiederholtes Ueben, durch allmäliges Ueben giebt es sich damit zufrieden. Sobald nun, Bhaddāli, das schöne edle Ross durch wiederholtes Ueben, durch allmähliges Ueben sich damit zufriedengegeben hat, dann lässt ihm der Rossebändiger noch die letzte Strählung und Striegelung angedeihen. Das sind, Bhaddāli, die zehn Eigenschaften, die ein schönes edles Ross dem Könige schicklich, dem Könige tauglich, eben als ›Königsgut‹ erscheinen lassen. Ebenso nun auch, Bhaddāli, sind es zehn Dinge, die einen Mönch Opfer und Spende, Gabe und Gruß verdienen, heiligste Stätte der Welt sein lassen: und welche zehn? Da eignet, Bhaddāli, einem Mönche untrüglich rechte Erkenntniss, untrüglich rechte Gesinnung, untrüglich rechte Rede, untrüglich rechtes Handeln, untrüglich rechtes Wandeln, untrüglich rechtes Mühn, untrüglich rechte Einsicht, {447} untrüglich rechte Einigung, untrüglich rechte Weisheit, untrüglich rechte Erlösung. Das sind, Bhaddāli, die zehn Dinge, die einen Mönch Opfer und Spende, Gabe und Gruß verdienen, heiligste Stätte der Welt sein lassen.«
Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige Bhaddāli über das Wort des Erhabenen.[50]
66.
Siebenter Theil
Sechste Rede
DAS GLEICHNISS VON DER WACHTEL
Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene im Lande der Aṉguttarāper, bei einer Burg der Aṉguttarāper Namens Āpaṇam. Und der Erhabene, zeitig gerüstet, nahm Mantel und Schaale und ging nach Āpaṇam um Almosenspeise. Und als der Erhabene, von Haus zu Haus tretend, Almosen erhalten, kehrte er zurück, nahm das Mahl ein und begab sich dann in ein nahe gelegenes Waldgehölz, für den Tag. Im Inneren dieses Waldgehölzes setzte sich der Erhabene am Fuß eines Baumes nieder, bis gegen Sonnenuntergang da zu verweilen.
Und auch der ehrwürdige Udāyī ging, zeitig gerüstet, mit Mantel und Schaale versehn, nach Āpaṇam um Almosenspeise. Und als er, von Haus zu Haus tretend, Almosen erhalten, kehrte er zurück, nahm das Mahl ein und begab sich dann in dieses Waldgehölz, für den Tag. Und er setzte sich im Inneren des Waldgehölzes am Fuß eines Baumes nieder, bis gegen Sonnenuntergang da zu verweilen.