Die Jünglinge werden mit bedecktem Kopf den Pfad von einem Teil des Borakreises zum anderen längs der eingegrabenen Zeichnungen geführt.


GRÖSSERES BILD

Zwillinge werden in Zentralaustralien sofort getötet, verkrüppelte Kinder entweder ebenfalls aus dem Wege geräumt oder aus Aberglauben am Leben gelassen und verehrt. Überhaupt ist in allen Teilen Australiens der Kindsmord sehr verbreitet, die englische Regierung vermag hiergegen wenig auszurichten. Oberländer sah am Murray ein Weib, das zehn bis elf ihrer Kinder getötet hatte. Der Grund für diese Grausamkeit liegt darin, daß man von einer größeren Anzahl Kinder, meistens bei mehr als zwei, nicht erbaut ist, weil sie bei der Erziehung unter den obwaltenden recht ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen Schwierigkeiten bereiten und auf den langen Märschen lästig fallen. Die getöteten Kinder wurden früher allgemein gegessen, und zwar beteiligten sich an dem Mahl nur die Frauen.

Phot. Kerry & Co.

Abb. 200. Szene aus einer Borazeremonie.

Die Männer gehen mit Speeren auf ein in den Sand gezeichnetes Känguruh los.

Abb. 201. Szene aus einer Einführungszeremonie des Warramungastammes.

Das Schweigegebot, das den Jünglingen bei dieser Zeremonie auferlegt wird, wird durch Berührung des Hauptes eines der alten Männer mittels eines beblätterten Zweiges gelöst.