die mit Bronzestückchen in Sternform ausgelegt sind.

Selbst der Ehemann bleibt von bestimmten Tabuvorschriften nicht verschont. Wenn er bei den Alfuren nach seiner Rückkehr die Leiter seines Hauses hinansteigt, muß er einzelne Stufen auslassen, damit die Geister, die ihm folgen könnten, auf eine andere Fährte gelenkt werden und somit nicht mit in das Haus eindringen; bringt er seiner Frau gekochten Reis von einem Feste heim, so muß er ein paar Dornen in die Speise stecken und, bevor davon gegessen wird, etwas unter die Hütte werfen; bei den Atschinesen darf er während der ersten fünf Monate der Schwangerschaft kein Tier töten, auch nicht einmal einen Tiger oder eine Schlange, weil sonst die Geburt sich schwer abwickeln und das Kind Eigenschaften dieses Tieres annehmen würde; auf den Mentaweiinseln muß er eine Reihe häuslicher Arbeiten verrichten, die sonst der Frau zufallen, und anderes mehr.

Aus: Hose, Pagan Tribes.

Abb. 260. Lirongfrau mit lang ausgedehnten Ohrläppchen.

Die Durchbohrung der Ohrläppchen wird schon im frühen Alter vorgenommen. Wenn das Loch groß genug ist, wird ein Kupferring von fast zwei Zentimeter Durchmesser eingeführt, von Zeit zu Zeit werden weitere Ringe eingehängt, so daß, wenn die Schlinge bis zum Schlüsselbein herabhängt, oft ein Gewicht von über zwei Pfund an jedem Ohre hängt.


GRÖSSERES BILD

Auch Verwandte und Freunde nehmen gelegentlich an den bevorstehenden Mutterfreuden Anteil. Erfahren sie zum Beispiel auf Java, daß eine Frau guter Hoffnung ist, dann bringen sie ihr Geschenke dar. Bei den Ärmeren bestehen diese in Reis, der durch Safran gelb gefärbt ist, in wohlriechenden Ölen und Kerzen; in den höheren Ständen fügt man noch Kleidungsstücke, goldene und silberne Armbänder, goldene Schmucknadeln und Kupferbecher hinzu. Im siebenten Monat erwidern die Eltern die Geschenke durch einen Festschmaus, bei dem die Schüssel mit Reis, der gelb — die Glücksfarbe — gefärbt ist, niemals fehlen darf. Darauf wäscht die angehende junge Mutter ihren Körper mit der Milch einer Kokosnuß, die der Gatte geöffnet haben muß; auf ihre Schale sind ein Knabe und ein Mädchen mit größter Sorgfalt gezeichnet; hierdurch soll die Mutter günstig beeinflußt werden, daß sie ein schönes Kind zur Welt bringt. Nach dieser Waschung nimmt sie noch ein Bad, in das lieblich duftende Blumen gestreut worden sind, zieht sich sodann neue Kleider an und macht der Hebamme, die sie bei ihren Reinigungen unterstützte, ein Geschenk an Reis, Kokosnüssen und Betel. Am Abend findet noch eine Vorführung des Wayangschattenspieles (siehe [S. 250]) statt.

Phot. W. H. Furneß.