Phot. A. W. Nieuwenhuis.
Abb. 303. Kenjahmedizinmänner.
Ganz anders gestaltet sich das Begräbnis bei den Seedajak. Nach dem Tode wird der Körper gewaschen, mit Reis auf der Brust bestreut — damit sollen die Götter für begangenes Unrecht des Toten versöhnt werden — und in kostbare Gewänder gekleidet; alle seine Habseligkeiten, die er in der besseren Welt gebrauchen könnte, werden zusammengelegt. Manchmal wird auch ein Klageweib von Beruf gedingt, das, auf einer Schaukel am Kopfende sitzend, dann und wann die verschiedenen Teile des Hauses anruft und ihnen Vorwürfe macht, daß sie nicht genug getan hätten, um die Seele des Verstorbenen länger zu fesseln, und schließlich die Geister bittet, die Seele unbeschadet fortzugeleiten. Am Abend wird neben der Leiche ein Feuer angezündet, am nächsten Morgen etwas zu essen hingestellt, auch gekochter Reis ihr in den Mund gesteckt, damit der Tote auf seiner langen Reise etwas zur Stärkung habe. Das Gefäß, in welchem die Speise gekocht wurde, wird stets zerschlagen, damit es späterhin niemand mehr benutze.
Phot. A. W. Nieuwenhuis.
Abb. 304. Pengsärge auf den Vorsprüngen der Kalksteinfelsen am Mahakamfluß.
Die beiden Figuren im Vordergrunde stellen Sklaven dar, die dem Verstorbenen in der neuen Welt aufwarten sollen.
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GRÖSSERES BILD
Phot. W. H. Furneß.