Phot. Fay Cooper Cole.

Abb. 309. Musizierende Negrito.

Ihr Lieblingsinstrument ist ein horizontal aufgehängter, kleiner, abgeschälter Baumstamm, den die Weiber mit kurzen Stöcken im Takt schlagen, während einer oder zwei Männer sie auf kupfernen Gongs begleiten. Eigenartig ist, daß sie sich die vordere Schädelhälfte rasieren.

Die Philippinen.

Die Gruppe der Philippinen, die mehr als tausend Inseln umfaßt, liegt nördlich von den großen Sundainseln und wird im Westen und Norden von der chinesischen Südsee, im Süden von der Celebessee und im Osten vom Stillen Ozean bespült. Als ihre Urbewohner sind die Negrito anzusehen, eine Menschenrasse, die für stammverwandt mit der südafrikanischen Zwergrasse gelten kann, und bei dem Erscheinen neuer Ankömmlinge in die Berge und in die unzugänglicheren Teile des Archipels zurückwich. Die ersten Eindringlinge, die das idyllische Leben dieser Ureinwohner störten, waren Indonesier, also Angehörige der indoaustralischen Grundrasse, deren Vertreter wir auf den Inseln des malaiischen Archipels soeben kennen gelernt haben. Ihre wichtigsten Stämme sind heutigentags die Ibang, Ifugao, Igorroten, Tinguianen, Bogobo, Tagalen und Mandaya. Sie kamen vom südostasiatischen Festlande und von den südlich der Philippinen gelegenen Inseln her. Zu ihnen gesellten sich später malaiische Völker hinzu, unter ihnen befanden sich auch die Moro oder mohammedanischen Malaien, die man hauptsächlich auf Palawan und Mindanao antrifft. Im sechzehnten Jahrhundert landeten die Spanier auf den Inseln und schließlich folgten ihnen noch Chinesen und Japaner, die der bereits ziemlich gemischten Bevölkerung noch weiteren Einschlag brachten. Daher kommen heutzutage alle möglichen Kreuzungen zwischen den angeführten Rassen vor, an denen neuerdings auch die Nordamerikaner Anteil nehmen.

Phot. Bureau of Science, Manila.

Abb. 310. Bontokigorroten von Nordluzon beim Tanz.

Jeder von ihnen trägt dabei eine Ganza oder Bronzegong, das er mit einem Knüppel anschlägt. Den Griff einer Ganza bildet ein menschlicher Unterkiefer.