Bei den Tinguianen werden bereits für ganz junge Kinder von den Eltern die Ehen abgeschlossen; man bezahlt für das Mädchen eine Kaufsumme. Aber erst von der Pubertät an leben beide Teile zusammen. Naht der Zeitpunkt des Eheabschlusses, so überreicht der Bräutigam seinen Schwiegereltern eine wertvolle Kanne und darf sie von diesem Zeitpunkte an nicht mehr bei Namen nennen. Die Eltern des Mädchens machen eine Schüssel Reis zurecht und füllen in eine Kokosnußschale Wasser; beides stellen sie zwischen das Paar auf die Erde ([Abb. 339]). Das Mädchen nimmt eine Handvoll Reis, drückt die Körner zu einem Ballen zusammen und läßt sie zwischen die Bambusstäbe des Fußbodens hindurchfallen, als Opfer für die Geister. Der Jüngling ballt ebenfalls eine Reiskugel zusammen und wirft sie in die Höhe. Bricht sie nach dem Herabfallen auseinander oder kommt sie ins Rollen, so gilt dies als ein böses Vorzeichen dafür, daß das Paar sich untreu werde oder daß seine Kinder sterben werden; bleibt sie aber an der Stelle liegen, wo sie hingefallen ist, dann liegt die Zukunft für die jungen Eheleute günstig. Sie trinken von dem kalten Wasser aus der Kokosschale, und die eigentliche Ehezeremonie ist vorüber. — Die Ifugao des nördlichen Luzon ([Abb. 340]) feiern die Hochzeit mit einer größeren Festlichkeit.

Phot. Bureau of Science, Manila.

Abb. 328. Ein Igorrotengerichtshof.

Diese Gebäude, zu denen der Zutritt den Frauen verboten ist, dienen auch als Aufenthaltsort für die Männer und als Schlafstätte für die Jünglinge.

Phot. Fay Cooper Cole.

Abb. 329. Ein Krieger der Tinguianen.

Das Verlangen nach Köpfen veranlaßt die jungen Leute häufig, Angriffe auf fremde Siedlungen zu unternehmen. Der Angriff erfolgt mittels des Speeres; beim Kampf in geschlossenen Reihen aber bedient man sich der Kopfaxt, des Schlachtmessers und des Schildes.