Die Subanun kennen ebenfalls zahlreiche Geister, unter anderen solche der See, der Erde, der Wälder, der Flüsse und Beschützer der Kranken. Ihre Religion beruht auf einer Reihe Offenbarungen, die den Medizinmännern von Zeit zu Zeit zuteil werden. Deren Tätigkeit besteht in dem Verkünden von Orakeln oder Aussprüchen der Geister, mit denen sie zu sprechen vermögen, in Opfern und Gebeten an diese und in der Heilung von Krankheiten. Die bedeutenderen unter ihnen werden hochgeehrt. Man begräbt die Medizinmänner auch nicht, sondern setzt sie unter Schutzdächern aus, da man glaubt, daß sie wieder zur Erde zurückkehren.

Phot. Bureau of Science, Manila.

Abb. 338. Weiberschlafhaus bei den Bontokigorroten.

Die Mädchen schlafen in diesen Hütten, die so niedrig sind, daß eine Person kaum aufrecht in ihnen stehen kann, und einen knapp dreiviertel Meter hohen Eingang besitzen, etwa zwei Jahre lang bis zu ihrer Heirat.

Den Geistern werden rohe Altäre errichtet, auf denen man Reis, Hühner, Eier, Betel, Tabak und Reisbier in Krügen darbringt; auch kleine Boote setzt man mit Opfergaben beladen aufs Wasser, wohl in der Hoffnung, daß sie die bösen Einflüsse mit sich fortnehmen möchten. Auch auf Vorbedeutungen legt man Gewicht; auf Grund solcher Verkündigungen wird gelegentlich eine Verlobung wieder aufgelöst oder eine Reise unterlassen, bei anderen das Vorhaben nur aufgeschoben. Viele Zeremonien dienen der Versöhnung der Geister oder ihrer Vermittlung bei unangenehmen Lagen, auch der Förderung der Ernte, dem Schutze des Hauses bei seinem Aufbau und anderes mehr.

Phot. Fay Cooper Cole.

Abb. 339. Tinguianenhochzeit.

Die Braut nimmt eine Handvoll Reis aus einem Napf und zerstreut sie zwischen die Latten des Bambusfußbodens als Opfer für die Geister. Der Bräutigam wirft einen Reisballen in die Luft, um aus dessen Niederfallen festzustellen, ob seine Verbindung glückbringend sein wird. Beide trinken darauf Wasser aus einer Kokosnußschale, womit die Zeremonie beendet ist.