Sehr häufig werden Feste gefeiert, zu denen die Vorräte bereits beizeiten gesammelt und die benachbarten Häuptlinge eingeladen werden. Eigenartig ist die Form der Einladung; es werden Rotangstücke überbracht, die Knoten tragen, und zwar so viel, als noch Tage bis zur Veranstaltung des Festes vorhanden sind. Jeden Tag schneidet der Eingeladene einen Knoten ab, und wenn nur noch ein Knoten übrig bleibt, dann weiß er, daß die festgesetzte Zeit herangekommen ist. Haben sich die Gäste versammelt, dann werden alle Waffen beiseite gelegt und der Obhut eines oder zweier Männer übergeben. Vor Beginn des Festes pflegt ein Freund des Festgebers darauf aufmerksam zu machen, daß derjenige, der nicht den erforderlichen Anstand bewahrt, in Strafe genommen wird. — Bei solchen Festen, die zur Erfüllung eines Gelübdes, daß ein Kranker sich erhole, oder zur Erinnerung an einen Toten, oder zu irgendeinem anderen frommen Zweck veranstaltet werden, errichtet man Altäre, vor denen die Medizinmänner die Zeremonien vollziehen. Die Gäste aber lassen sich dadurch in ihrem Vergnügen nicht im geringsten stören, da sie auf dem Standpunkt stehen, daß die ernste Seite der Feier ausschließlich Sache der Medizinmänner ist.
Phot. Bureau of Science, Manila.
Abb. 340. Ein Ifugaopaar im Hochzeitsschmuck.
Die Hochzeit wird bei den Ifugao wie alle besonderen Ereignisse in ihrem Leben mit großer Festlichkeit begangen. Sie verwenden viel Zeit auf das Sammeln des für solche, einen religiösen Charakter tragenden Feiern notwendigen Materials.
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GRÖSSERES BILD
Wie schon erwähnt, werden die Leichen der Medizinmänner im Freien ausgesetzt; der gewöhnliche Mensch wird in eine Matte gehüllt oder in einen Sarg gelegt und dann in der Erde begraben. Nach dem Begräbnis baden die Angehörigen im Flusse, bevor sie in ihre Wohnungen zurückkehren.
Phot. Fay Cooper Cole.