Die Andamanesen stehen in geistiger Hinsicht auf der Stufe des Kindes. Nach den Schilderungen von Richard Temple sind sie gegen Fremde argwöhnisch, aber auch gastfrei, undankbar, nachäffend, eitel und unter dem Einfluß der Eitelkeit fleißig und ausdauernd, gelehrig, aber nur bis zu einer gewissen Grenze, die schnell erreicht wird, geistig leicht ermüdend, von kurzem, aber zähem Gedächtnis, geneigt für Spiel und Scherz; sie sind ferner sorglos und unbekümmert, waghalsig, aber nicht mutig, selbstsüchtig, aufbrausend, ganz unverantwortlich im Zorn, aber leicht auch zu besänftigen. Unter sich sind sie in der Regel liebevoll und freundlich, rücksichtsvoll gegen alte Leute, Schwache und Hilflose, gütig gegen ihre Frauen und Kinder und stolz auf die letzteren, die sie häufig verwöhnen. Werden sie aber gereizt, dann werden sie grausam, neidisch, verräterisch und rachsüchtig.
Phot. E. H. Man.
Abb. 374. Andamanese mit Schmucknarben,
die von Frauen an beiden Geschlechtern zwischen acht und achtzehn Jahren angebracht werden. Sie bestehen aus einer Reihe von Einschnitten, die mit einem Glasscherben erzeugt werden.
Phot. Lady Eadley-Wilmot.
Abb. 375. Trauernde Andamanesen,
die ihren Körper mit olivgrünem Lehm beschmieren und ihn dann mit gelbem Ocker bemalen. Im Vordergrunde in der Mitte eine trauernde Mutter mit senkrechter Streifenbemalung, links von ihr eine trauernde Gattin mit dem Schädel des Verstorbenen auf dem Rücken.
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