Abb. 31. Hulatanz der Hawaierinnen

in moderner Kleidung, abgesehen von den Rasseln um die Fußgelenke.

Wellenreiten der Hawaiinsulaner,

welche diesem Sport, der jetzt auch an den Küsten Australiens und des Stillen Ozeans ausgeübt wird, mit Begeisterung huldigen.


GRÖSSERES BILD

Außer dem Tanz kennen die Polynesier noch viele andere Unterhaltungen, die sie mit der Jugend zivilisierter Länder gemeinsam haben, nämlich das Drachensteigenlassen, Kreiselspiel, Stelzenlaufen, Ringkampf ([Abb. 35]), Fadenspiel (Abnehmen von Figuren aus Bindfaden von der Hand einer Person auf die einer anderen), Rätselraten, das Lafospiel und anderes mehr. Auch Ballspiele sind nichts Ungewöhnliches. Auf den Gilbertinseln spielen Personen gleichen Geschlechtes miteinander; ein Spieler wirft den Ball, einen in ein Tuch gehüllten und mit einem Kokosfaserband umwickelten Stein, in die Höhe und schlägt ihn mit der Hand nach der anderen Seite hinüber; wird er dort aufgefangen, so bekommt diese Partei einen Punkt, im anderen Falle zählt die Partei des Werfenden einen solchen. Schaukelspiele haben in Polynesien weite Verbreitung; besonders abwechslungsreich sind sie auf den Gilbertinseln. Ein beliebtes Spiel ist hier zum Beispiel folgendes: An der Spitze einer überhängenden Palme wird ein Seil befestigt und in seiner Endschlinge eine Matte als Sitzgelegenheit für ein junges Mädchen gehängt. Sobald diese Schaukel nun vorwärts schwingt, springt einer der zahlreich versammelten jungen Männer auf, hält sich am Seil fest und begleitet das Mädchen auf seinem Flug in die Luft; wenn sich beide dann der Erde nähern, springt er herab und ein anderer nimmt bei dem nächsten Schwung nach vorn seine Stelle ein; in dieser Weise geht das Spiel weiter. Als einst ein Eingeborener gefragt wurde, warum gerade immer ein Mädchen den Schaukelplatz einnehme, gab er zur Antwort, daß das Spiel für die jungen Männer sonst keinen Reiz haben würde.

Phot. H. J. Shepstone.

Abb. 32. Eine Hawaierin beim Hulatanz.