die nach dem Glauben dieses Stammes geheime Eigenschaften besitzen. Die Tänzer kriechen zunächst auf dem Boden, die Kinder berühren sie dann, damit sie gedeihen und stark werden.


GRÖSSERES BILD

Gelegentlich finden bei den Papua und auch anderwärts in der melanesischen Inselwelt Verlobungen der Kinder statt. Auf den Salomonen werden in Häuptlingsfamilien die Kinder sogar schon, bevor sie geboren sind, einander versprochen; die Abmachungen werden hier nicht von den Eltern, sondern von bestimmten Heiratsvermittlern geführt, die auch den Kaufpreis festlegen. Besondere Festlichkeiten finden bei diesen Kinderverlobungen im allgemeinen nicht statt. Die Koita veranstalten ein feierliches Familienkauen von Betelnüssen. Verschiedentlich wird ein Schmaus und ein Tanz veranstaltet. Auf den Neuhebriden muß bei der Verlobung einer Häuptlingstochter der kindliche Bräutigam, wenn er schon alt genug dazu ist, ein Drakänenblatt in das Auge einer jungen trinkbaren Kokosnuß stecken und letztere der Mutter des Mädchens überreichen, damit dieses daraus trinke. Auf einer anderen Insel dieser Gruppe bringt bei der Geburt eines weiblichen Kindes der Vater oder die Mutter eines Knaben diesen und ein mit Wasser angefülltes Bambusrohr in das Haus des Mädchens, das der Knabe wäscht, wodurch es seine Verlobte wird. Solche Kinderverlobungen sind unter Umständen so bindend, daß, als einmal in den Mafulubergen ein verlobter Knabe, lange bevor ein eheliches Verhältnis möglich war, starb, das Mädchen für seine Witwe angesehen wurde.

Phot. Mus. f. Völkerkunde, Berlin.

Abb. 108. Tanzmaske aus Neumecklenburg.

Phot. Mus. f. Völkerkunde, Berlin.

Abb. 109. Tanzmaske aus Neumecklenburg.

Abgesehen von solchen Kinderverlobungen wählen sich die jungen Melanesier meist ihre zukünftige Gattin aus freien Stücken. Findet zum Beispiel ein Papua der Astrolabebai an einem Mädchen Gefallen, so dreht er sich eine Zigarette, wobei er Haare von verschiedenen Stellen seines Körpers mit hineinwickelt, raucht diese zur Hälfte auf und übergibt den Rest seiner Mutter, auf daß sie diesen der Auserwählten bringe. Raucht das Mädchen die Zigarette nun auf, so ist dies ein Zeichen, daß sie die Werbung annimmt. In einer der Küstengegenden von Deutsch-Neuguinea schlägt ein junger Mann das Mädchen, das er heiraten möchte, leicht mit einem kleinen, geschnitzten, flachen Stück Holz auf die Wange; dies ist sein Heiratsantrag.