zu dem mindestens eine halbe Million Pilger zusammenströmen, um ihre Sünden abzuwaschen.
Die Wildstämme im Norden und Osten Vorderindiens.
Mit den Wildstämmen im Norden und Osten der vorderindischen Halbinsel kehren wir wieder zu der Urbevölkerung zurück, der im Süden die Drawida entsprechen. Sie stellen die Überreste der, jetzt allerdings mehr oder minder stark vermischten, angesessenen Bevölkerung dar, auf die die von Nordwesten her eindringenden Arier stießen; diese schoben auf ihrem Weiterzuge jene Reste teils nach Süden vor, teils drängten sie sie in die nördlichen und östlichen, schwerer zugänglichen Gebiete (Wälder und Gebirge) zurück. Eine reinliche Scheidung dieser Stämme in anthropologischer Hinsicht ist bisher nicht gelungen. Im allgemeinen kann man sagen, daß ihr Typus den der indo-australischen Grundrasse aufweist.
Sprachlich unterscheidet man zwei große Gruppen, die Kolarier und die eigentlichen Drawida des Nordens. Die wichtigsten Stämme der ersten Gruppe sind die Munda, Kolh ([Abb. 213]), Santal, Juang oder Patua, Ho, Bhumidsch, Bhil ([Abb. 214]) und Savara; sie nehmen die östlichen Gebiete der Halbinsel, das heißt Bengalen, Orissa, Chota, Nagpur und Madras (vom Ganges südlich bis zum achtzehnten Grad nördlicher Breite) ein. Die zweite Gruppe zählt zu ihren bekannteren Stämmen die Malé oder Aral Paharia, Oraonen, Gond und Khond; ihre Vertreter wohnen in den Gebirgsgegenden an den Quellen des Ganges. Alle diese Völker lassen deutlich ihre ursprüngliche Zugehörigkeit zur indo-australischen Grundrasse erkennen (dunkle Haut, kleine Statur, platte, kurze Nase, vorspringende Backenknochen, grobes, straffes, schwarzes Haar); indessen kommt auch vielfach Hindublut bei ihnen zum Vorschein ([Abb. 215] bis [218]). Einen einheitlichen Typus weisen sie nicht mehr auf.
Phot. Bourne & Shepherd.
Abb. 213. Die Kolh,
ein Wildstamm, der sich hauptsächlich in der Hügelgegend südlich des Gangestales in Bengalen, den vereinigten Provinzen von Agra und Oudh, findet.
Phot. T. E. Smurthwaite, F. R. A. J.