Phot. W. Crooke.
Abb. 222. Ein Landmann beim Schrein seines Vaters,
der von einem Panther zerrissen wurde; der Schrein soll dazu dienen, den Geist des Verstorbenen zu versöhnen.
Phot. F. Longworth-Dames.
Abb. 223. Der Tempel der Jawala-Mukhi, der Göttin „mit dem flammenden Munde“,
im Kangratal (Pendschab) am Ufer des Beasflusses. Dem Felsen, auf dem der Tempel erbaut ist, entströmt ein brennbares Gas.
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GRÖSSERES BILD
Auch das von uns bereits oben erwähnte Hakenschwingfest, das allerdings durch das Gesetz verboten ist, wird verschiedentlich alljährlich noch gefeiert. Nach den darüber vorliegenden alten Berichten drängten sich die Gläubigen direkt zu dieser grauenerregenden Schaustellung. Der Priester weihte der Reihe nach die Bittenden, die sich vor ihm mit entblößtem Rücken auf die Erde warfen, indem er ihnen mit seinem in einen Aschenhaufen getauchten Finger auf den Rücken gerade unter die Schulterblätter zwei Zeichen schrieb, worauf sein Gehilfe an dieser Stelle das Fleisch in einer Falte hochhob und zwei große Haken durchstieß. Darauf erhoben sich die Opfer unter den Bewunderungsrufen der Menge und begaben sich zum Schwingpfosten, wobei sie, obwohl ihnen das Blut vom Rücken rieselte, stolz und ohne Schmerz zu äußern einhergingen. Möglicherweise waren sie vorher durch ein Mittel betäubt worden. Nachdem nun weiter die Haken an den Seilen der Schwingvorrichtung befestigt waren, wurden sie unter dem Geschrei der begeisterten Zuschauer und unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Trommeln in die Höhe gezogen und in der Luft geschwungen; ein loser Gurt, der ihnen um die Brust gelegt war, verhinderte, daß die Haken dabei das Fleisch durchschnitten ([Abb. 236]). — An keinem Feste der Wildstämme dürfen Tänze fehlen ([Abb. 237] bis [239], [241] und [243]).