Phot. W. Crooke.

Abb. 224. Ein Dawischrein.

Sein Wärter, kein Brahmane, sondern ein Angehöriger der Wildstämme, hält eine Fuchtel aus eisernen Ringen, mit der an Krankheiten (wie Hysterie, Epilepsie) Leidende geschlagen werden, um die bösen Geister zu vertreiben.

Phot. Sohanlal Bros.

Abb. 225. Verehrung der Tschamunda oder Göttermutter,

einer bei den Bewohnern des unteren Himalaya volkstümlichen Gottheit. Der Tempeldiener läutet vor dem Tor, das mit Hörnern von wilden Ziegen und anderem Wild als Opfergaben verziert ist, zum Gebet. An den Stufen, die zum Tempel führen, kniet ein Gläubiger.


GRÖSSERES BILD

Bei der starken Verbreitung des Glaubens an böse Geister unter den Wildstämmen kann es nicht wundernehmen, wenn sie die angehenden Mütter besonders stark durch sie gefährdet sehen und daher allerlei Abwehrmaßregeln dagegen treffen. So darf eine Schwangere nicht über eine Schlange oder deren Haut, nicht über einen Kuhknochen oder ein Loch in der Erde treten, ebensowenig in einer Sänfte getragen werden, es müßte denn sein, daß sie dabei durch eine bis auf den Boden herabhängende Schnur mit der heiligen Erde in Verbindung bleibt; sie darf ferner nicht unter einer Dachrinne stehen, noch nach Einsetzen der Dunkelheit allein ausgehen; ist sie nach Sonnenuntergang hierzu gezwungen, so legt sie sich ein paar Grashalme zum Schutze auf den Kopf. Sonnen- und Mondfinsternisse, die nach dem Glauben der Wildstämme durch einen Angriff böser Geister auf diese Gestirne entstehen, bedeuten ebenfalls eine Gefahr für die Schwangere. Solange eine solche Finsternis anhält, darf sie keine Arbeit verrichten; sonst würde ihr Kind mißgestaltet werden. Man handelt außerdem sehr verständig, wenn man bei einer Finsternis die Hörner einer trächtigen Kuh rot anstreicht, denn Rot ist eine dem Finsternisteufel widerwärtige Farbe.