Phot. Captain F. M. Bailey.

Abb. 285. Begräbnisszene der Tibeter.

Auf der einen Seite der Leiche stehen drei Laien, die auf Hörnern ein Trauerlied blasen und eine große Trommel schlagen, auf der anderen fünf Priester, von denen vier auf Handtrommeln aus menschlichen Schädeln trommeln, während der fünfte eine Art Totenmesse liest.

Phot. Captain F. M. Bailey.

Abb. 286. Leichenzug der Tibeter.

Die Priester gehen vor der Leiche her, die, in ein Bündel verpackt, von einem durch den Astrologen dazu bestimmten Mann auf den Schultern getragen wird; sie singen dabei Bittgesänge und spielen Klagelieder auf Trompeten, Hörnern und Trommeln.

Ein Begraben gibt es in Tibet nicht. Die Leichen der großen Lama und anderer hoher Priester werden einbalsamiert und in vergoldeten Grabmälern, den sogenannten Chorten oder Stupen aufbewahrt, die sterblichen Reste der wohlhabenderen Priester werden manchmal auch eingeäschert und ihre Aschenteile mit Lehm zusammen zu kleinen Medaillons geformt, die man in Nischen in diesen Chorten unterbringt, oder sie werden in den schon beschriebenen Amulettkästchen als Zaubermittel getragen.