die nach Neujahr zur Schau gestellt wird. Den Feuerwehrleuten ist ihre Standarte das, was den Soldaten ihre Fahne bedeutet.
Bei der großen Liebe, mit der die Japaner an Kindern hängen, wird die Geburt eines neuen Erdenbürgers mit Freuden begrüßt; besonders die eines männlichen Nachkommen, was schon in dem Sprichwort zum Ausdruck kommt: „Der Glanz des Mannes ist siebenfacher Glanz.“ Verwandte und Freunde eilen auf die Nachricht hin mit Gratulationsgaben herbei; sie schenken Eier, Obst, Kuchen und getrockneten Fisch, auch Krepp, Seide oder Kattun für das Kindchen.
Der wichtigste Tag im Leben des japanischen Kindes ist der Muja-Mairi, das ist der „Tag des Tempelbesuches“ (der einunddreißigste für die Knaben und der dreiunddreißigste für die Mädchen), an dem es aufs kostbarste geschmückt feierlich zum Altar des Schutzgottes der Gegend getragen und unter den Schirm desselben gestellt wird ([Abb. 35]). Innig betet hier die Mutter, daß das kleine Leben vor jeglichem Schaden und Krankheit bewahrt bleiben möge, und der Priester überreicht dem Kinde in liebevoller Weise ein Amulett in Gestalt einer kleinen Holztafel, die es fortan immer in einem gestickten Täschchen oder einem solchen aus Brokat um die Taille mit sich trägt. An diesem glückbringenden Tage werden rote Bohnen mit Reis gekocht und in Lackkästchen mit Deckeln (Jubako), die man hierfür besonders herstellt, getan; man schickt diese, mit besticktem Krepp oder Brokat bedeckt, an alle Verwandten und Freunde, die dem Kinde bei der Geburt Geschenke machten. Außerdem wird dieses ihnen zum erstenmal zu Besuch gebracht und erhält hier allerlei Spielzeug, von dem am beliebtesten ein Hund aus Papiermaché ist; dieser soll, am Kopfende des Bettes aufgestellt, die Teufel vertreiben. Ein zweites Fest, das ungefähr am hundertundneunten Tage nach der Geburt stattfindet, ist die Zeremonie des „ersten Essens“ des Kindes. In Anwesenheit der Freunde der Familie wird vor ihm ein Tablettchen mit Reis, Suppe und Fisch (der aber ganz sein und noch den Kopf haben muß) hingesetzt und seine Lippen mit dieser Speise befeuchtet. Auch hieran schließt sich ein fröhliches Zusammensein. Überhaupt hat das Leben des japanischen Kindes recht viele Festtage zu verzeichnen.
Phot. Yei Ozaki.
Abb. 25. Kaguratanz, ausgeführt von Tempelmädchen.
Phot. Yei Ozaki.
Abb. 26. Szene aus dem Gionfest zu Kyoto.
Einer der dreiundzwanzig mächtigen Dashi oder Wagen, die aufs prächtigste geschmückt durch die Straßen gefahren werden. Sie tragen die Bildnisse chinesischer Philosophen, berühmter Männer der Wissenschaft, Darstellungen des Mondes und anderes mehr.