Phot. R. J. Bruce.

Abb. 343. Szene aus einem Begräbnis der Afghanen.

Povindahfrauen erwarten die Ankunft einer Kinderleiche an einer Haltestelle im Gomalpaß.

Der Nationaltanz der Balutschen,

der am ausgebildetsten unter den Hügelstämmen gefunden wird. Dreißig oder mehr Männer bilden, sich an den Händen haltend, einen Kreis, in dem zwei oder drei Spielleute sitzen. Sie bewegen sich langsam und in wellenförmigen Linien gegeneinander und gehen zurück, um den Kreis wieder zu bilden, ohne sich loszulassen. Allmählich wird der Tanz bewegter, die Männer geraten in Aufregung und bewegen sich schneller und schneller, bis der Tanz zum Tumult ausartet; einige sinken erschöpft um, während andere dafür ihren Platz ausfüllen.


GRÖSSERES BILD

Bei Erkrankung werden Zaubermittel angewandt. Viele Mullah stehen in dem Rufe, Krankheiten heilen zu können, entweder durch Verabreichung eines solchen Mittels oder durch Anblasen der Kranken. Auch gegen den bösen Blick gibt es zahlreiche Zaubermittel; man schützt durch sie auch die Lieblingstiere, wie Kamele, Stuten, Ziegen und so weiter; sehr beliebt sind zu diesem Zweck blaue Perlenketten.

Die Beisetzung der Toten erfolgt nach mohammedanischem Ritus, aber in den Einzelheiten herrscht manche Abweichung unter den verschiedenen Stämmen. In den Städten befolgen sowohl Afghanen wie Beludschen die üblichen Methoden; sie errichten schöne gewölbte Grabdenkmäler für gewichtige Persönlichkeiten und bestatten die Leichen des gewöhnlichen Volkes in bescheidenen Lehmgräbern. Die wilden Stämme errichten über den Gräbern vielfach Steinhaufen, die Povindah legen Hörner des Schafes oder der wilden Ziege obenauf ([Abb. 343] und [344]). Wird ein Heiliger oder eine Persönlichkeit von Ruf begraben, dann errichtet man ihm zu Ehren einen Schrein. Einer der berühmtesten dieser Schreine ist der von Sakhi Sarwar ([Abb. 345]) im Dera-Ghazi-Khan-Gebiet. Alljährlich im Frühjahr wird zu ihm gewallfahrtet; auf den in den Felsen gehauenen Stufen versammeln sich die Menschen, um den Spielen, Ringkämpfen und Pferderennen zuzusehen, die zu den Füßen des Felsens, auf dem der Schrein steht, sich abspielen.