Abb. 376. Fußwaschung auf dem Hofe der heiligen Grabeskirche zu Jerusalem.


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Phot. G. Robinson Lees.

Abb. 377. Zeltlager beim Passahfest der Samaritaner.

Ist die Verlobung zustande gekommen, so beginnen acht Tage vor dem zur Hochzeit festgesetzten Termin die festlichen Vorbereitungen. Abend für Abend versammeln sich Freunde und Verwandte entweder auf dem Dreschboden des Dorfes oder auf dem Hofe des Hauses und unterhalten einander mit Rätselaufgeben und besonders mit einem Tanz, der ein Bärentanz zu sein pflegt. Ein Mann stellt sich in die Mitte eines Halbkreises von Frauen und gebärdet sich wie ein Bär; er stößt allerlei Töne aus, die sich wie lautes Grunzen anhören, und bewegt sich taktmäßig auf die Frauen zu, die zu dem rhythmischen Trommelschlag einer Musikbande in die Hände klatschen und das ziemlich laute Grunzen mit schriller Stimme beantworten. Auf diese Weise wollen sie andeuten, daß sie den Bären vom Dorfe zurückschrecken, damit er die junge Braut nicht einfange. Die Männer führen einen Schwertertanz ([Abb. 381] u. [386]) auf, bei dem sie ähnliche Possen treiben, im besonderen sich in verschiedenen lächerlichen Stellungen versuchen. Sie klirren mit den Schwertern, um die bösen Geister zu vertreiben, die in dem Rufe stehen, dem Brautpaar Leid zuzufügen.

Das jüdische Osterfest der Samaritaner.

Die Samaritaner versammeln sich, vorausgesetzt daß ihnen von türkischen Soldaten genügend Schutz gewährleistet wird, im Freien innerhalb einer von Steinen erbauten Umfriedigung bei Sonnenuntergang, um das Osterfest abzuhalten. Die Männer lesen vor dem Hohenpriester den Exodus XII, 6. Die Lämmer werden von dem Schochetim ergriffen, von dem Hohenpriester geprüft und geschlachtet, worauf man sie rasch für das Rösten in einer Grube zurichtet.


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