Abb. 398. Kaffernfrauen in Festtracht,

die ihre große Vorliebe für allerlei Schmuck verrät.

Mehrfach ist beobachtet worden, daß man alte Leute, die sich nicht mehr ernähren konnten und ihren Angehörigen zur Last fielen, einfach aussetzte und ihrem Schicksal, das heißt der Tötung durch wilde Tiere, überließ; sie ertrugen dies als etwas ganz Selbstverständliches.

Phot. Britische Südafrika-Gesellschaft.

Abb. 399. Eingeborener Schmied aus Rhodesia beim Anlegen von Fußringen.

Der Beruf eines Schmiedes gilt als besonders wichtig, da er die mannigfaltigen Messing- und Kupferzieraten anzufertigen hat, mit denen sich die Frauen so gern schmücken. Im Vordergrund erblickt man eine Zimba, ein Musikinstrument, das aus dünnen, auf einem Brett befestigten Stahlstreifen von verschiedener Länge besteht.


GRÖSSERES BILD

Das dritte einheimische Rassenelement in Südafrika bilden die Bantuneger, die die östlichen Landstrecken vom großen Fischfluß an bis zum Tanganjikasee hinauf einnehmen. Sie sind offenbar von Norden her zu verschiedenen Zeiten hierhin vorgedrungen und haben selbst Ausläufer nach Westen in das Gebiet der Buschleute und Hottentotten geschickt, die Herero und Ovambo ([Abb. 389]).

Von den uns hier beschäftigenden südafrikanischen Bantu nehmen die größte Verbreitung die Kaffern ein mit ihren Unterstämmen der Xosa, Pondo, Tembu, Zulu, Swasi und anderen. Die wichtigste Gruppe hiervon sind zweifelsohne die Zulu, insofern sie den Europäern am meisten zu schaffen gemacht haben. Westlich von den Kaffern sitzen die ihnen stammverwandten Betschuanen, die weniger kriegerisch als sie sind, sondern sich mehr den Künsten des Friedens widmen. Auch sie zerfallen in eine Reihe Untervölker, deren wichtigstes die Basuto ([Abb. 391]) sind. Zu ihnen wiederum stehen in nahem verwandtschaftlichen Verhältnis die das Hochland zwischen Limpopo und Sambesi bewohnenden Baronga, Makalaka und Maschona. Die nördlichste Gruppe der südafrikanischen Bantu sind die Barotse und Mambunda, am Sambesibogen, sowie die berüchtigten Angoni ([Abb. 395]) am Tanganjikasee, der nördlichste Zweig der Zulu überhaupt, die bis heute ihre alten Stammessitten wohl noch am reinsten bewahrt haben dürften.