Abb. 400. Tochter eines Zuluhäuptlings.
Das Haar wird von den Zulu kegelförmig in die Höhe frisiert und mit einem Metallband unten zusammengehalten.
Die südafrikanischen Bantu, mit Ausnahme der Herero, betreiben durchweg Ackerbau, und zwar in der Form des Hackbaus. Sofern nicht die Europäer den Pflug eingeführt haben, ist sein Gebrauch ihnen unbekannt. Die wichtigsten Kulturpflanzen sind die Getreidearten, vor allem Hirse in drei verschiedenen Sorten, sowie Mais und auch Reis. Das Getreide wird in großen Mörsern zerquetscht oder auch auf steinernen Handmühlen zermahlen und zumeist in Breiform genossen. Neben Ackerbau wird auch Viehzucht betrieben, von dem einen Stamm mehr, von dem anderen weniger. Die Stelle der Lasttiere wird vielfach von Frauen und Mädchen vertreten ([Abb. 392]). Schließlich trägt auch die Jagd zum Lebensunterhalt der Bantu bei, wenngleich nur in beschränktem Maße. In der Auswahl der Speisen sind sie nicht wählerisch; an vielen Speisen, die uns geradezu Ekel erregen würden, empfinden sie Genuß. So sind geröstete Heuschrecken, Raupen, Würmer und Termiten wirkliche Delikatessen für die Neger; auch verfaultes Fleisch verzehren sie mit Vergnügen. Die Basuto waren früher Menschenfresser.
Phot. H. H. Johnston.
Abb. 401. Zulufrauen beim Frisieren,
wobei sie sich gegenseitig helfen. Bemerkenswert ist die Mannigfaltigkeit ihres Schmuckes und die charakteristische Narbenverzierung auf dem rechten Arm der einen Frau.
Die Hütten der südafrikanischen Bantuneger weisen verschiedene Formen auf. Am verbreitetsten ist die kegeldachförmige Rundhütte. Es werden Stangen im Kreise in die Erde gesteckt und über sie ein fertiges kegelförmiges, aus Matten hergestelltes Dach gesetzt. Zwischen den Stangen werden Ruten wie in einem Geflecht durchgeführt und die so entstehenden Wände mit Gras behängt. Eine andere Form ist die Bienenkorbhütte ([Abb. 390]). Auch hier werden Stangen kreisförmig in die Erde gestoßen, aber an ihrem oberen Ende zusammengebunden, dieses Gerüst wird darauf ebenfalls durch dazwischen geflochtene Ruten verstärkt und mit Gras bedeckt. Eine dritte Form endlich gleicht unserer fensterlosen Scheune. Zu ihrer Herstellung werden Pfähle in Rechteckform in die Erde gerammt und durch Querlatten zu einem Gitterwerk verbunden, das man mit Palmblattmatten bekleidet. Auf diesen Unterbau wird dann ein auf mehreren in der Mitte des Raumes stehenden Pfählen ruhendes Satteldach gebaut, das gleichfalls eine Bedeckung durch Matten erhält.
Die Kleidung der Bantu hängt von dem Grade ihrer Kultur beziehungsweise der Stärke des europäischen Einflusses ab. Unter den ursprünglichen Verhältnissen pflegen Männer und Frauen fast nackt zu gehen oder sich nur eine Hüftschnur oder einen Lendenschurz ([Abb. 391] und [397]) umzulegen; andere Stämme wieder tragen Hüfttücher aus Baumrindenstoff oder Felle. Eine Ausnahme macht die Kleidung der Hererofrauen ([Abb. 394]), die ganz einzig dasteht. Sie tragen außer einem Lendenschurz und einem langen Mantel aus dem gleichen Stoffe, der überdies mit eisernen Perlen in verschiedenen Mustern besetzt ist, noch eine Art Korsett, das aus einer Anzahl Riemen mit runden, durchbohrten Scheibchen aus Straußeneierschalen hergestellt ist, und eine durch aufrecht stehende Ohren und einen tief in den Nacken herabhängenden eisernen Perlenbehang gekennzeichneten Kopfputz aus Leder.