Aus „Kolonie und Heimat“.

Abb. 439. Eisenschmelzöfen in Banjeli.

Phot. H. H. Johnston.

Abb. 440. Ein eigenartiger Kopfputz der Kavirondo.


GRÖSSERES BILD

Abgesehen von denjenigen Stämmen, wo der Islam und das Christentum bereits Eingang gefunden haben, huldigen die Völker Ostafrikas animistischen Anschauungen, soweit man dies bei der Unnahbarkeit vieler Stämme in religiösen Dingen hat feststellen können. Verschiedentlich besteht aber auch der Glaube an einen Gott, ein allmächtiges Wesen oder einen ebenso beschaffenen Geist, dem manchmal noch andere Götter untertan sind. So verehren die Masai ein höchstes Wesen unter dem Namen ’Ng ai als den Schöpfer der Welt, der Erde und aller Dinge, die sie beherbergt; daneben kennen sie noch seine erstgeborene Tochter Barsai, die den Menschen Regen bringt, seinen ältesten Sohn Ol gurugur, der den Menschen durch Blitz und Donner den Unwillen des ’Ng ai verkündet, und so weiter. Die Wagaia glauben an zwei Götter; der eine, Awafra, gilt als der oberste der guten Geister, der andere, Ischischemi, als der oberste der Teufel; die Waganda beten eine höchste Macht namens Mukasa an, die der Gott des Nyanzasees ist, daneben Chiwuka und Nanda, die Kriegsgötter, und so weiter. Für gewöhnlich kümmert man sich um diese Gottheiten wenig; nur in Zeiten der Gefahr, sei es, daß es sich um ein Naturereignis, wie Dürre oder Hungersnot, oder um einen Einbruch des Feindes, das Auftreten einer epidemischen Krankheit oder irgendeine andere Heimsuchung handelt, nimmt man durch Bitten und Opfer seine Zuflucht zu ihnen.

Phot. A. C. Hollis.

Abb. 441. Typische Haartracht der Masai.