Phot. A. C. Hollis.

Abb. 446. Kikuyufrau.

Man beachte das auf der vorderen Hälfte des Kopfes abrasierte Haar und die aus Perlen bestehenden, oft wertvollen großen Ohrringe.

Zum Herausholen von Geständnissen sind gewisse Torturen bei den Masai üblich. Man schnürt zunächst dem Angeklagten die Sehne eines Bogens so fest um seinen Vorderarm, daß sie ins Fleisch schneidet. Wird auf diese Weise nichts erreicht, so geht man zu einem Gottesurteil über. Zumeist erhält der Angeschuldigte aus einer Schale zu essen, die ein Gemisch von Mehl und Blut enthält. Bleibt er acht bis zehn Minuten nach dem Genusse noch am Leben, so wird er für unschuldig angesehen. Auch die Wagaia kennen solche Gottesurteile. Sie nehmen zum Beispiel einen kleinen Wassernapf und tun etwas Milch und Medizin hinein; kocht sein Inhalt über, dann beweist dies die Schuld des Angeklagten. Oder man läßt ihn trockenes Mehl hinunterschlucken; kann er das nicht, dann ist man von seiner Schuld überzeugt. Noch sonderbarer ist die Unschuldsprobe bei den Wasoga: Lehm und Grieß werden in einem Napf zusammengemischt, und der Angeschuldigte muß dreimal damit beworfen werden. Bleibt die Masse an ihm kleben, so zeigt dies an, daß er schuldig ist.

Phot. Underwood & Underwood.

Nach einem Gemälde von F. Seth.

Suaheliweiber aus Sansibar mit ihrem Fetisch,

der ihnen Glück bringen und die bösen Geister vertreiben soll. Die Masken, die sie als Ersatz für die Gesichtsverhüllung der Muselmaninnen tragen, sind aus Leder und Perlen auf hölzerner Unterlage angefertigt.