Phot. C. W. Hattersley.

Abb. 462. Eine Geisterhütte in Uganda,

in der man den Geistern Speisen und Getränke darbringt.

Erst wenn sie aus dem Kriegerstande austreten, das ist um das achtundzwanzigste bis dreißigste Jahr herum, denken die Masaijünglinge an die Ehe. Ist der Bräutigam mit seiner Auserwählten einig, dann begibt sich sein Vater zu ihrer Mutter und wirbt in seines Sohnes Namen. Ist ihm die Zusage erteilt worden, dann wird dem jungen Mädchen der Kopf mit Fett eingerieben zum Zeichen, daß es versprochen ist. Die gute Sitte erfordert es, daß der Bräutigam während der ganzen Verlobungszeit mit seiner Braut nicht in Berührung kommt. Er lebt als Krieger in seinem Kral, sie mit ihren Freundinnen in einem anderen. Kommt es trotzdem zu einer Schwangerschaft zwischen den jungen Leuten, so sieht man dies als Verstoß gegen die guten Sitten an, und die Verlobung wird aufgehoben. Vor der Hochzeit ist der Rest des Heiratsgutes zu entrichten, das bereits bei der Verlobung angezahlt wurde und in Vieh sowie in einigen Töpfen Honig besteht. Besondere Schönheit des Mädchens sowie vornehmer Stand und Einfluß der Eltern werden höher bewertet. Die Hochzeitsfeier besteht in einem Festessen, Trinkgelage und Tanz. Beim Festschmaus sitzen alle Anwesenden in einem Kreise zusammen, auf der einen Seite der Bräutigam mit den Männern, auf der anderen die Braut mit den Weibern. Nach dem Mahle zieht sich das junge Ehepaar in seine neu erbaute Hütte zurück; hier setzt die Mutter des Mannes der jungen Frau ein kleines Kind auf den Schoß, die ihm sodann Milch zu trinken gibt. Hierdurch soll ein günstiger Einfluß auf die Fruchtbarkeit der jungen Ehe ausgeübt werden. Es ist bei den Masai allgemein üblich, daß der junge Ehemann einem oder zweien seiner alten Kampfgenossen das Jus primae noctis, das heißt die Berechtigung des ersten Beilagers mit seiner Frau, gewährt, sofern sie es fordern; eine Abweisung ist nicht statthaft. — Bei den Wahima läßt sich ein verlobtes Mädchen eine etwa handbreite Stelle ausrasieren, die quer über den Kopf von einem Ende zum anderen verläuft, an seinem Hochzeitstage aber den Kopf ganz kahl rasieren und vergräbt die abrasierten Haare in der Hütte; später läßt es sich die Haare für immer wieder lang wachsen. Als Hochzeitsgeschenk erhält die junge Frau von ihrem Gatten zahlreiche dünne, gedrehte, eiserne Ringe um die Knöchel, die bis zur Wade hinaufreichen.

Phot. H. H. Johnston.

Abb. 463. Nsolospieler vom Nyassaland.

Dieses Spiel ist unter den Negern von wohl ganz Afrika verbreitet.

Phot. C. W. Hattersley.