Abb. 497. Eine mohammedanische Prozession am Geburtstage des Propheten.

Der Zug begibt sich unter Vorantritt angesehener Männer mit Bannern, die bereits die Pilgerfahrt nach Mekka mitgemacht haben, nach der Moschee.

Wie wenig übrigens den Somal ein Menschenleben gilt, zeigt unter anderem auch die auf uraltem Herkommen beruhende Forderung, daß jeder Jüngling, der sich zu verehelichen wünscht, die Tötung zum mindesten eines Mannes muß nachweisen können.

Ihre Toten werden von ihnen, da sie Anhänger des Islams sind, nach mohammedanischem Brauch beerdigt. Auf dem Grabe wird ein Stein errichtet. Wo der Boden locker ist, so daß die Hyänen die Leichen leicht ausgraben können, wird ein hoher Palisadenzaun um die Gräber errichtet ([Abb. 496]). Auch bei den heidnischen Galla sind solche Zäune üblich.

Phot. Em. Frechon, Biskra.

Abb. 498. Bauchtänzerin bei einer Hochzeit.

Ägypten.

Die Bevölkerung des Landes der Pharaonen besteht in der Hauptsache aus hamitischen Elementen, zu denen sich im Laufe der Zeiten semitische und in geringerem Grade auch Negerstämme hinzugesellten. Schon in der Vorzeit muß dieselbe ziemlich die gleiche wie heute gewesen sein, denn wir begegnen auf den Figuren der alten Malereien und Bildwerke aus der Pharaonenzeit bereits den gleichen Köpfen und Zügen sowie der gleichen Hautfarbe, die wir jetzt noch auf der Straße antreffen.

Der Religion nach unterscheiden sich die Ägypter in Kopten und Fellachen; die ersteren sind Anhänger des christlichen, die letzteren des islamitischen Glaubens, aber in ihrem Äußeren sind sich beide Teile ziemlich gleich, höchstens kann man sagen, daß die Kopten vermöge ihrer Religion sich mehr davor gescheut haben, arabisches, das heißt semitisches Blut in sich aufzunehmen. Es ist daher falsch, die Fellachen zu Arabern zu stempeln, zu behaupten, daß sie ausschließlich von den mohammedanischen Eroberern des Landes abstammten, wie es vielfach geschieht. Zwar mag ihre Eigenschaft als Anhänger des Islams sie selbst dazu geführt haben, daß sie sich als Verwandte der Araber betrachteten und dementsprechend die Besonderheit ihrer ägyptischen Nationalität aus den Augen verloren haben, aber in Wirklichkeit sind sie mit den Kopten eines Stammes. Beide sind Nachkommen der alten Nilbewohner aus der Zeit der Denkmäler und Sphinxe.