Abb. 92. Rodiya, die Bewohner von Hadirawalani.

Die Singhalesen sind ein ackerbautreibendes Volk; in den Städten üben sie auch verschiedene Handwerke aus und bekunden hierin einen entschieden künstlerischen Sinn. Die meiste Arbeit im Haus, sowie im Garten und auf dem Felde verrichtet die Frau.

Alle Singhalesen bekennen sich zum Buddhismus ([Abb. 94]), aber ihre religiösen Übungen umfassen mancherlei Handlungen und Zeremonien aus anderen, niederer stehenden Religionen, unter anderem das Darbringen von Opfergaben, und ein verwickeltes Ritual zur Versöhnung verschiedener Klassen von Teufeln, Yakan genannt, sowie zur Beseitigung schädlicher Einflüsse von seiten der Gestirne oder lokaler Gottheiten, der Geister von Ortshäuptlingen und sonstigen bedeutenden Persönlichkeiten, darunter auch einigen Königen. Dieser Geister muß es eine große Menge geben, denn Listen, von denen man weiß, daß sie unvollständig sind, zählen deren ungefähr hundertzwanzig mit Namen auf. Man hält sie im allgemeinen für wohlgesinnt und wohlwollend, aber oft auch für feindlich und schädlich und bringt ihnen daher Opfer dar. Alle diese Dienste verrichten geschulte Vermittler oder Priester. Unter den heiligen Handlungen, die sie vornehmen, um einen Dämon zu bewegen, daß er von seinem Opfer Abstand nehme, das er mit Krankheit heimgesucht hat, machen verschiedentlich Tänze ([Abb. 95] und [96]) den Hauptanteil an den Zeremonien aus; in anderen Fällen werden Opfer dargebracht und phantastischer Kopfschmuck und Masken getragen (siehe die [farbige Kunstbeilage]). — Wie im übrigen Indien, so werden auf Ceylon für den Tempeldienst besondere Tänzerinnen, die sogenannten Nautschmädchen ([Abb. 80]), schon von klein auf ausgebildet.

Abb. 93. Eingeborenenhütte in einer Kokosplantage (Wälawatta bei Colombo).

Phot. Platé & Co.

Abb. 94. Eine tragbare buddhistische Bethalle.

An der Vorderseite sind Masken in Relief angebracht, die Dämonen vorstellen; einige davon sind von Cobraköpfen überragt. Zwei Dämonen bewachen die Seiten.