Bei dieser Gelegenheit soll der Ganges durch unterirdische Zuleitung seine Wasser in den heiligen Teich fließen lassen.

Unter den Leuten, die berufsmäßig das Wahrsagen ausüben, haben die Kaniyan der Westküste einen gewissen Ruf erlangt; sie verstehen es, mit großer Geschicklichkeit das Horoskop zu stellen, einen Glückstag für eine Hochzeit oder eine andere Festlichkeit vorauszusagen, die Ursache eines Familienkummers ausfindig zu machen und ähnliches. Wo ein solcher Wahrsager zu Rate gezogen wird, erscheint er mit einem Beutel Muschelgeld und einem Astrologenkalender ausgerüstet, die Stirn mit dem dreifachen Zeichen des Siva bestrichen in dem Hause, zeichnet ein Diagramm auf den Fußboden und legt in dessen Felder Muschelgeld, das die Planeten darstellt. Nachdem er daran die Stellung der Planeten zueinander bestimmt hat, verkündet er nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, zu der er gekommen ist. Manche Kaniyan sind auch wegen ihrer Kunst in der Geisterbeschwörung berühmt; sie kleiden sich dabei in ein Kokosnußblättergewand und tragen Masken, die verschiedene Teufel vorstellen sollen. Die malaiischen Zauberer von Malabar beschwören auch Teufel und verkleiden sich dazu auf die verschiedenste Weise ([Abb. 146], [148] u. [150]). Die Pulluwan Malabars sind Astrologen und Priester in einer Person und hausen in den zahlreichen Schlangenhainen, die dem Nägesvara, dem Herrn der Schlangen, geweiht sind, Bildnisse von Schlangen aus Stein zu Tausenden enthalten ([Abb. 149]) und sich oft über ein Areal von vielen Morgen Landes erstrecken. Sie ziehen von Haus zu Haus und singen zu dem Ton einer Trommel, die aus einem mit einer Schnur überspannten irdenen Topfe ([Abbild. 147]) besteht und mit einem Stock geschlagen wird, Lieder, die den Schlangen wohlgefällig sein sollen. Werden sie für eine Schlangen- oder Teufelsbeschwörung zu Personen, die von diesen besessen sind, gerufen, dann zeichnen sie eine mächtige Schlangenfigur in farbigem Pulver auf den Fußboden, singen zu Ehren der Schlangengottheit Lieder und verwischen unter heftiger Erregung und vielem Getue das von ihnen gezeichnete Bild ([Abb. 151]); schließlich suchen sie noch den Schlangenhain auf und werfen sich vor den Steinbildnissen nieder.

Phot. E. Thurston.

Abb. 135. Ein Telegubrahmane

mit einem Gewand und Kopfputz aus heiligen Rudrakshaperlen.

Phot. Wiele & Klein.

Abb. 136. Eine Hinduzeremonie am Mattu Pongal-Tage.

Die Frauen gehen im Kreise um einen Korb herum, der zerschlissene Kokosnußblätter enthält, mit denen die Hörner des Viehs an diesem Tage geschmückt werden, und singen und schlagen ihre Hände im Takt.