Abb. 155. Kapubrautleute aus dem Telugugebiet.
Sie tragen bereits das Tali, das Eheabzeichen.
Bei den meisten Kasten ist der wesentliche und bindende Teil der Hochzeitszeremonie das Zusammenbinden der Hände von Braut und Bräutigam mittels eines baumwollenen oder seidenen, mit Safran gefärbten Fadens oder mittels des heiligen Dharbagrases, oder das Ineinanderlegen ihrer Hände oder kleinen Finger, wobei Wasser über sie ausgeschüttet wird. Manchmal werden auch die Hände des Brautpaares unter einem Tuch vereinigt, das die beiderseitigen Onkel mütterlicherseits halten. Bei einem Stamme der Bergbadaga bringt die Schwester der Braut etwas Reis und Milch in einer Tasse, in die das Paar seine aneinander gebundenen Finger eintaucht; darauf nehmen beide etwas Reis und stecken ihn sich dreimal in den Mund. Bei den Völkern von Telugu, Kanara ([Abb. 154]) und Oriya ist es allgemein üblich, einen Wandschirm oder einen Vorhang zwischen den Brautleuten anzubringen, über den hinüber die Braut Reis und Salz auf den Kopf ihres Bräutigams wirft. Man pflegt hier auch die Enden der Hüfttücher des Paares, in die Reis, Betelblätter, Arekanüsse, Muschelgeld und andere Dinge gebunden sind, miteinander zu verknoten.
Phot. Wiele & Klein.
Abb. 156. Eine Hinduverbrennung.
Die mit einem Tuch bedeckte Leiche wird auf den Scheiterhaufen gelegt und dieser durch ein unter besonderen religiösen Feierlichkeiten hergestelltes Feuer angezündet.
Phot. Wiele & Klein.
Abb. 157. Hindubegräbnis.