Abb. 170. Verheiratete Bengalin.

Abb. 171. Fuß einer Hindufrau.

Phot. Sohanlal Bros.

Abb. 172. Eine Kohlenbrennersfrau der Dogra (Westhimalaya und Pendschab)

mit ihrem Kind.

Die Kleidung der Hindu besteht bei den niederen Klassen meistens nur in einem Hüfttuch, bei den höheren in weiten kurzen Beinkleidern und einem Obergewand, manchmal auch in einem mantelartig umgeschlungenen Tuch; um den Kopf wird ein Tuch nach Art eines Turbans, unter die Füße Sandalen gebunden. Für die Brahmanen ist vollständig weiße Kleidung vorgeschrieben. Die Frauen bekleiden sich mit einem mehrere Meter langen Schal aus Musselin oder bunter Seide, mit dem sie Kopf und Oberkörper leicht umhüllen und auch einen Teil des Unterkörpers umschlingen, einen trikotartigen, fest anliegenden Jäckchen, das eigentlich nur für die Einhüllung der Brüste bestimmt ist, denn von da an bis zum Nabel bleibt der Körper für gewöhnlich entblößt, und einem weiten, von den Hüften herabhängenden Rock aus Baumwolle oder Seide ([Abb. 172]). Die Mohammedanerinnen gehen vollkommen bekleidet und tragen noch eng anliegende Beinkleider. Besondere Vorliebe bekunden die Hindufrauen für Schmuck, der bei den wohlhabenderen auch sehr reichlich ausfällt: die entblößten Arme, die Handgelenke, der Hals, die Knöchel und selbst die Zehen ([Abb. 171]), ferner die Ohren und die Nase werden mit Ringen und Spangen, beziehungsweise Ketten, meistens aus Edelmetall mit wertvollen Steinen hergestellt, förmlich überladen. Ein Ring im linken Nasenflügel ([Abb. 170]) zeigt an, daß seine Trägerin verheiratet ist. Die Vornehmen beider Geschlechter salben sich mit wohlriechenden Ölen; die Frauen färben sich die Fußsohlen und Hände rosa, andere den ganzen Körper gelb, bemalen sich auch das Gesicht, schwärzen sich die Augenbrauen und tatauieren sich. Junge Mädchen tragen öfters ein kleines rundes Goldplättchen, Tica genannt, oberhalb der Nasenwurzel.

Phot. A. J. Combridge & Co.