Mohammedanische Truppen im Umzug mit dem Tabut oder Grabmodell der beiden Märtyrer Hassan und Husain. Im Vordergrunde Tänzer.
Phot. Newton & Co.
Abb. 195. Mohurrumfest in Firozpur.
Vor dem Schrein, der das Grab Hassans und Husains darstellt, steht ein beschwingtes Wundertier, das Mohammed aus Jerusalem in den Himmel getragen haben soll.
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GRÖSSERES BILD
Der Hochzeitszug spielt sich unter allem nur möglichen Aufwand ab ([Abb. 201], [203]–[205]); Bedingung ist dabei, daß etwas von dem Wasser, in dem der Bräutigam sich vor dem Aufbruch gebadet hat, mitgenommen wird, damit es dem Bade für die Braut zugeschüttet werde. Vor der Haustüre wird Reis über den Bräutigam ausgeschüttet, der Stempel der Familiencurrystampfe ihm auf die Wangen gedrückt und die Stirn mit gelblichem Sandelholz gezeichnet. Nach der Ankunft findet die wichtige heilige Handlung der Armbandanfertigung und -umlegung statt; ein paar Reiskörner werden in Mangoblätter eingewickelt und eines um das rechte Handgelenk des Bräutigams und das andere um das linke der Braut gelegt; man verehrt auch der Braut Süßigkeiten und Schmuckgegenstände als Geschenke. Sodann wird sie in ihrem Kopfputz aus Dattelblättern der Mutter auf den Schoß gesetzt, damit an ihr von der Frau des Familienbarbiers die Zeremonie der Nägelbeschneidung an Händen und Füßen vorgenommen werden kann. Sodann setzt sich das Brautpaar in die Hochzeitshütte. Die Trauung, die durch den Brahmanen vollzogen wird, wobei die Braut dem Vater auf dem Schoße sitzt, besteht in dem Hersagen von Sanskritsprüchen und verschiedenen Anbetungsakten, sowie in dem Räuchern mit Weihrauch und Umherstreuen von Reis. Ihren Abschluß findet diese Zeremonie in dem Zusammenknoten der Kleider von Braut und Bräutigam und in dem Herumgehen um das Opferfeuer; die Braut geht zuerst, und zwar fünfmal rechts herum. Beide tragen dabei ein Kornsieb in der Hand und streuen daraus Reis umher. Damit sind jedoch die Zeremonien des Hochzeitstages noch nicht erschöpft. Der Bräutigam drückt der Braut noch das scharlachrote Hochzeitsmal auf die Stirn; die Schwestern der Braut vertreten ihm an der Haustüre den Weg, geben ihm Rätsel auf, die er beantworten muß; außerdem werden ihm die Schuhe fortgenommen, die er sich wieder fordern muß, und anderes mehr. Am Abend beten die Neuvermählten den Familienschutzgeist an; der Bräutigam begibt sich dann zu seinen Angehörigen zurück, während die Braut bei den ihren bleibt. Nach vier Tagen werden beide gebadet und die Hochzeitsarmbänder ihnen wieder abgenommen. Damit sind die langatmigen Feierlichkeiten beendet. Bei einigen Hindukasten ist zu den Hochzeitsfeierlichkeiten noch ein hübsch geschmückter Ochsenwagen im Gebrauch, an dem geschnitzte mythologische Figuren angebracht sind (siehe die [farbige Kunstbeilage]).
Phot. W. Crooke.
Abb. 196. Die berühmte Felsenwohnung zu Hardwár,