Dem Vaterland! O hohes Wort, o helles Wort, du tön' für alle Zeiten fort wie Waldesrauschen, Glockenklang, Drommetenschmettern, Lerchensang! zu heil'ger Flamme weih' die Lust, so lange schlägt die deutsche Brust dem Vaterland! Heil dir, Heil dir, du deutsches Land!

Robert Reinick.


[Deutscher Rat.]

Vor allem eins, mein Kind: Sei treu und wahr, laß nie die Lüge deinen Mund entweih'n! Von alters her im deutschen Volke war der höchste Ruhm, getreu und wahr zu sein.

Du bist ein deutsches Kind, so denke dran; noch bist du jung, noch ist es nicht so schwer. Aus einem Knaben aber wird ein Mann; das Bäumchen biegt sich, doch der Baum nicht mehr.

Sprich ja und nein und dreh' und deutle nicht! Was du berichtest, sage kurz und schlicht; was du gelobest, sei dir höchste Pflicht! Dein Wort sei heilig, drum verschwend' es nicht!

Leicht schleicht die Lüge sich ans Herz heran; zuerst ein Zwerg, ein Riese hintennach; doch dein Gewissen zeigt den Feind dir an, und eine Stimme ruft in dir: „Sei wach!“